Nach positiven Erfahrungen mit der Östlichen Innenstadt beantragt die Stadt Offenbach jetzt, das Stadtviertel südlich des Hauptbahnhofes in das Bund- Länder-Förderprogramm "Hessische Gemeinschaftsinitiative Soziale Stadt" aufzunehmen. Die Chancen, erneut zehn Jahre lang an den millionenschweren Fördertopf zu gelangen und mit fünf bis neun Millionen Euro Zuschüssen ein weiteres Innenstadtquartier sozial zu stabilisieren und städtebaulich weiterzuentwickeln, stehen nach Einschätzung von Bürgermeisterin Birgit Simon (Grüne) gut. Noch in diesem Jahr wird aus Wiesbaden eine Entscheidung erwartet.
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Nach positiven Erfahrungen mit der Östlichen Innenstadt beantragt die Stadt Offenbach jetzt, das Stadtviertel südlich des Hauptbahnhofes in das Bund- Länder-Förderprogramm "Hessische Gemeinschaftsinitiative Soziale Stadt" aufzunehmen. Die Chancen, erneut zehn Jahre lang an den millionenschweren Fördertopf zu gelangen und mit fünf bis neun Millionen Euro Zuschüssen ein weiteres Innenstadtquartier sozial zu stabilisieren und städtebaulich weiterzuentwickeln, stehen nach Einschätzung von Bürgermeisterin Birgit Simon (Grüne) gut. Noch in diesem Jahr wird aus Wiesbaden eine Entscheidung erwartet.

Förderprogramm

Impulse für die Südliche Innenstadt

Offenbach schlägt das Wohnviertel zwischen Bahn und Starkenburgring für das Landesprogramm "Soziale Stadt" vor. Die Chancen auf die millionenschwere Förderung stehen gut.

Von Jörg Muthorst

Gründerzeitbauten und sanierungsbedürftige Wohnhäuser aus den 50ern wechseln einander ab. Zahlreiche Gewerbeflächen liegen brach, vom alten MAN-Roland-Werk 1 bis hin zu Bahn- und alten Postgebäuden. Und der Bahndamm scheint die rund 9000 Menschen, die in der südlichen Innenstadt auf engem Raum zusammenleben, regelrecht von der City abzuschotten.

Nach positiven Erfahrungen mit der Östlichen Innenstadt beantragt die Stadt Offenbach jetzt, das Stadtviertel südlich des Hauptbahnhofes in das Bund- Länder-Förderprogramm "Hessische Gemeinschaftsinitiative Soziale Stadt" aufzunehmen.

Die Chancen, erneut zehn Jahre lang an den millionenschweren Fördertopf zu gelangen und mit fünf bis neun Millionen Euro Zuschüssen ein weiteres Innenstadtquartier sozial zu stabilisieren und städtebaulich weiterzuentwickeln, stehen nach Einschätzung von Bürgermeisterin Birgit Simon (Grüne) gut. Noch in diesem Jahr wird aus Wiesbaden eine Entscheidung erwartet.

Unter den geprüften Auswahlgebieten konnte die Südliche Innenstadt Stadtteile wie Lauterborn, Nordend und Bieber-Waldhof hinter sich lassen. Ihr Vorteil lag wohl auch darin, dass Stadtplaner wie Marion Rüber-Steins oder Sozialexperten wie Matthias Schulze-Böing das Gebiet um die alte MAN-Roland-Brache in der Christian-Pleß-Straße schon seit 2006 im Fokus hatten.

Damals noch für das Förderprogramm "Stadtumbau in Hessen", für das bereits eine umfassende städtebauliche Bestandsanalyse erarbeitet worden war. Auf Drängen des Landes wurde das Projekt dann jedoch auf die Industriebrache konzentriert. Hier soll mit Hilfe des Landes wie auch privater Investoren ein neues Quartierszentrum mit Wohnen, Nahversorgung, Schule, Kita und Grünfläche entstehen.

Den Handlungsbedarf im Wohnumfeld schmälert das nicht. Das Fördergebiet reicht von der Bahntrasse einschließlich Bismarckstraße im Norden bis zum Starkenburg-/Friedrichsring im Süden sowie von der Sprendlinger Landstraße im Westen bis zur Waldstraße im Osten. Dort ist die Bebauung entlang der Wald- und Feldstraße miteinbezogen.

Dicht besiedeltes Viertel

Die 50 Hektar große südliche Innenstadt gilt als ein heterogener Stadtteil mit unterschiedlichen Problemlagen. 177 Menschen pro Hektar leben hier. Eine Dichte, die beinahe der östlichen Innenstadt entspricht. Zum Vergleich: Der stadtweite Durchschnitt beträgt 26 Einwohner. Mit 41 Prozent hat das Quartier einen vergleichsweise hohen Ausländeranteil. Die Zahl der Hartz-IV-Bezieher liegt etwas über dem Schnitt.

Allerdings handelt es sich auch um einen jungen Stadtteil. In jedem fünften Haushalt leben Kinder. Und auch der überdurchschnittliche Anteil erwerbsfähiger Menschen fällt in der Sozialstruktur auf die Habenseite.

Die Fachleute sehen hier viele Ansatzpunkte, den Stadtteil möglichst unter Beteiligung seiner Bewohner so attraktiv zu machen, dass sich wieder mehr Menschen mit ihrem Wohngebiet identifizieren. Augenblicklich liegt die jährliche Fluktuation bei 17 Prozent.

Quartiersbüro geplant

Auch in der Südlichen Innenstadt soll ein Quartiersbüro eingerichtet werden. Womöglich zusammen mit einem Jugendtreff am Standort des Penny-Marktes, für den wie für den Rewe-Markt ein Ortswechsel ansteht.

Als erstes soll ein Städtebaulicher Rahmenplan erstellt werden. Dabei sind viele Projekte denkbar: die Aufwertung der Schäferstraße samt Neugestaltung des Spielplatzes und des Knotens Hermann-/Arndtstraße, Verbesserungen der Bahnunterführungen, die Begrünung entlang der Bahn, die Sanierung von Gebäuden und eine neue Nutzung gewerblicher Flächen etwa in der Friedensstraße.

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