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Mit der Dienststelle in Offenbach hochzufrieden: M. Wehage (li.), E. Reus und F. Inalbars.
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Mit der Dienststelle in Offenbach hochzufrieden: M. Wehage (li.), E. Reus und F. Inalbars.

Offenbach Polizei

„Ich wollte mitten ins Geschehen“

  • Annette Schlegl
    VonAnnette Schlegl
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Drei junge Polizeibeamte entscheiden sich für den Einsatz auf dem Revier in Offenbach. Die Kriminalitätsrate ist in der Stadt hoch. „Hier lernt man als Polizist richtig laufen“, rät ihnen ein Ausbilder.

Er wollte nach Offenbach, wollte mitten ins Geschehen. Und er wusste warum: „Hier lernt man als Polizist richtig laufen.“ Diesen Satz hatten ihm die nordhessischen Kollegen an der Hochschule für Polizei und Verwaltung in Kassel mit auf den Weg gegeben. Nach dreijähriger Ausbildung ist M. Wehage nun seit 1. Februar im 2. Polizeirevier in der Berliner Straße in Offenbach im Dienst – und fühlt sich hier „pudelwohl“. Er ist einer von 90 jungen Polizeibeamtinnen und -beamten, die zum Polizeipräsidium Südosthessen versetzt und gestern von Stadt und Kreis empfangen wurden.

Sein Dienststellen-Kollege F. Inalbars und die junge Polizistin E. Reus, die beim 1. Revier in der Mathildenstraße im Einsatz ist, sehen das nicht viel anders. „Ich wollte mitten rein dahin, wo’s abgeht“, sagt Inalbars, der ebenfalls in Kassel studiert hat. Die drei sind sich einig, ihren Vornamen zu verschweigen. Sie wollen auf der Straße nicht mit ihrem Vornamen angesprochen werden, sagt Reus. Das nehme den Respekt.

Es war eine bewusste Entscheidung für den Polizeidienst in Offenbach, die das Trio eint – auch wenn sie aus völlig unterschiedlichen Ecken der Republik kommen. Wehage war im Harz in Sachsen-Anhalt beheimatet, Reus wohnt in Miltenberg in Unterfranken und Inalbars ist in Hanau zu Hause.

Reus spricht von einer „größeren Bandbreite“ und „mehr Fallbearbeitungen“ im Vergleich zu ländlichen Polizeidienststellen. Das habe sie gereizt. Worte, die bei ihr keine Floskeln sind: Während ihres Studiums am Standort Mühlheim absolvierte sie ein Praktikum in Offenbach. Danach war sie vom ersten Februar an ein halbes Jahr lang bei der Polizeistation Mühlheim eingesetzt. „Obwohl der Ort an Offenbach angrenzt, herrscht dort eine ganz andere Mentalität“, erzählt sie. Sie sei sogar auf der Straße gegrüßt worden.

Großes Aufgabenspektrum

„Für mich war klar, dass ich wieder nach Offenbach will“, sagt die 23-Jährige heute. Hier sei man als Polizistin mehr gefordert, müsse die Fremdsprachenkenntnisse aus der Schule hervorkramen. Die Kriminalitätsrate liege in Offenbach deutlich höher, und „gerade am Anfang will man möglichst viel lernen.“ Außerdem stecke sie hier in einer jungen Dienstgruppe; in ländlichen Polizeistationen liege der Altersdurchschnitt deutlich höher. „Bis jetzt hatte ich immer viel Spaß beim Arbeiten“, sagt sie, und will auf jeden Fall auf längere Sicht in Offenbach bleiben. Dass es ihr damit ernst ist, zeigt ihre Mitgliedschaft in der Frauenfußballmannschaft der SG Wiking Offenbach.

Auch Wehage will „ganz sicher“ die nächsten Jahre in Offenbach arbeiten. „Die Kollegen sind hier alle relativ jung und auf einer Wellenlänge“, begründet er seine Entscheidung. Das Aufgabenspektrum sei relativ groß, „man sieht immer neue Dinge, die einen überraschen.“ Es sei nie ruhig im 2. Revier, während es auf Polizeistationen in Nordhessen durchaus Tage gebe, „an denen gar nichts los ist“. Der 23-Jährige erzählt von Kollegen, die jetzt nach Offenbach wollen, weil es „auf ihrer Dienststelle zu langweilig oder zu tot ist“.

In Offenbach gebe es so viel, was nicht der Norm entspricht, sagt auch Inalbars. Für den Hanauer ist der Polizeidienst in der Stadt eine Gratwanderung. „Man muss autoritär sein und trotzdem Respekt haben vor dem Bürger“, sagt er. Mit diesem „Gleichgewicht“ komme man hier weit. Er sei von Haus aus „ziemlich entspannt“, erklärt der 29-Jährige, der vor seinem Polizeistudium eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker absolviert hat. Für ihn war Offenbach erste Wahl, weil es so nah und „multikulti“ ist. „Das finde ich schön“, sagt er. Der Einsatz in seiner Heimatstadt ist für ihn wenig erstrebenswert. „Da werde ich vielleicht zu einem Vorfall bei einem Nachbarn gerufen.“

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