Gegrillte Sardinen sind am Stand der Portugiesen im Angebot. Den Fisch lassen sich die Portugiesen zum Offenbacher Mainuferfest gefroren direkt an den Stand liefern. Wie viele andere Vereine mussten auch sie neue Vitrinen bauen, als Spuckschutz, aus Holz und Plexiglas. Er halte die Vorschriften für sinnvoll, sagt Mario Pinto, aber für "einmal im Jahr ist das viel Aufwand".
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Gegrillte Sardinen sind am Stand der Portugiesen im Angebot. Den Fisch lassen sich die Portugiesen zum Offenbacher Mainuferfest gefroren direkt an den Stand liefern. Wie viele andere Vereine mussten auch sie neue Vitrinen bauen, als Spuckschutz, aus Holz und Plexiglas. Er halte die Vorschriften für sinnvoll, sagt Mario Pinto, aber für "einmal im Jahr ist das viel Aufwand".

Mainuferfest

Hygiene macht viel Arbeit

  • Wiebke Rannenberg
    vonWiebke Rannenberg
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Wer beim Mainuferfest brät und brutzelt, muss besonders vorsichtig sein. In diesem Jahr sind die Auflagen deutlich strenger. So muss das Spülwasser richtig heiß sein - gar nicht so einfach.

Die fünf Kinder wissen genau, wie es geht. Scarlett und Florian machen die Kasse, Diana und Lea geben den Kuchen aus und Lukas nimmt das schmutzige Geschirr entgegen. Wer Geld anfasst, darf nicht an den Kuchen.

Was die fünf von der Mini- und der Jugendgruppe des Technischen Hilfswerks praktizieren, müssen Hunderte weitere Ehrenamtliche beim Mainuferfest beachten: das dreiseitige, dicht beschriebene "Informationsblatt über die hygienischen Anforderungen bei Vereinsfesten".

Dort ist von Spuckschutz und speziellen Wasserschläuchen, sauberen Fingernägel (kein Nagellack) und heißem Wasser, Kühlketten und vielem mehr die Rede. Neuerdings muss jeder persönlich unterschreiben, dass er eine Hygieneeinweisung bekommen hat. In diesem Jahr hat die neue Leiterin des Amtes für Veterinärwesen und Verbraucherschutz Offenbach, Karin Haßinger, angekündigt, dass sie persönlich kontrollieren werde.

Da gibt es viel zu beachten. So hat die Freireligiöse Gemeinde, die alle 24 Mainuferfeste mitgemacht hat, zum ersten Mal eine Spüle aufbauen müssen - obwohl sie nur Kaffee und Kuchen anbietet. Spüle und Transporter mussten geliehen werden, sagt Pfarrer Heinrich Keipp. Bisher seien sie gut mit Schüssel und Wasserkocher ausgekommen. Er habe Verständnis für die Hygiene, aber vielleicht müsse auch nicht jede EU-Vorschrift umgesetzt werden.

Heißes Wasser muss sein. Doch wenn zu viele Stände ihre Kocher betätigen, könnte das Stromnetz zusammenbrechen, sagt Horst Feuerbach vom THW. Deshalb hat das Hilfswerk in diesem Jahr zum ersten Mal im Hof den Büsingpalais einen Wasserhahn aufgestellt, das Wasser wird auf 72 Grad erhitzt mit einer Gasflasche. Ab 60 Grad werden Keime getötet.

"Zu viele Auflagen können ein Fest auch kaputt machen"

Doch die Spüle muss auch den richtigen Wasserschlauch haben, einen blauen, nicht den, der sonst den Garten wässert. Das habe die Veterinärin bemängelt, sagt Mehmet Harmanci vom Türkischen Freundschaftsverein. Natürlich sehe er ein, dass die Sardellen, die frisch gegrillt werden, gut gekühlt sein müssen. Doch man müsse die richtige Balance finden. Schließlich seien es alles Ehrenamtliche, die sich engagierten. "Zu viele Auflagen können so ein lokales Fest auch kaputt machen".

Besonders vorsichtig sein müssen die Kroatische Gemeinde, die Cevapcici aus Hackfleisch grillt, und die Folkloregruppe der Portugiesischen Gemeinde mit ihren Tintenfischen und Sardinen. Die Cevapcici habe er morgens zubereitet, jetzt lagerten sie in einem Kühlhaus in Bürgel und würden portionsweise geholt, sagt Brnic Mato.

Den Fisch lassen sich die Portugiesen gefroren direkt an den Stand liefern. Wie viele andere Vereine mussten auch sie neue Vitrinen bauen, als Spuckschutz, aus Holz und Plexiglas. Er halte die Vorschriften für sinnvoll, sagt Mario Pinto, aber für "einmal im Jahr ist das viel Aufwand".

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