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Hundert neue Arbeitsplätze

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Von: Andreas Hartmann

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Neue Arbeitsplätze für Neu-Isenburg bringt die Firma JAS Forwarding.
Neue Arbeitsplätze für Neu-Isenburg bringt die Firma JAS Forwarding. © Sascha Rheker

Das Logistik-Unternehmen JAS Forwarding verlegt seine Deutschland-Zentrale nach Neu-Isenburg. Der Konzern siedelt sich im Industriegebiet An der Gehespitz an.

Das Logistik-Unternehmen JAS Forwarding verlegt seine Deutschland-Zentrale nach Neu-Isenburg. Der Konzern siedelt sich im Industriegebiet An der Gehespitz an.

Im Foyer von JAS Forwarding wird die Empfangstheke gerade noch fertig gemauert, und im Aufenthaltsraum des wahrscheinlich jüngsten Neu-Isenburger Unternehmens stehen Bürostühle an den Tischen. Erst vor wenigen Tagen ist der Logistik-Dienstleister von Mörfelden-Walldorf und Wiesbaden endgültig hierher in das Industriegebiet An der Gehespitz gezogen.

„Das ging im laufenden Betrieb, und es hat alles geklappt“, sagt Geschäftsführer Thorsten Kern sichtlich stolz. Die neue Deutschlandzentrale, die der Konzern westlich des Neu-Isenburger Bahnhofs errichtet hat, umfasst etwa 3000 Quadratmeter Bürofläche und eine 10 000 Quadratmeter große Halle. Gebaut worden ist in erstaunlicher Geschwindigkeit: Erst im Januar dieses Jahres war der erste Spatenstich.

3700 Mitarbeiter hat das 1978 in Mailand gegründete Unternehmen, das bis heute in Familienbesitz ist, weltweit. Etwa 1,4 Milliarden Euro Umsatz machte der Transport- und Logistikdienstleister im vergangenen Jahr. Gut 100 Menschen arbeiten im neuen Firmensitz in Neu-Isenburg. „Wir haben uns viel Mühe gegeben, ein attraktives Gebäude mit einem schönen Arbeitsumfeld für die Mitarbeiter zu schaffen“, sagt Kern.

Nähe zum Flughafen entscheidend

Über die neuen Gebäude donnern die landenden Maschinen schon so tief, dass man dem Piloten zuwinken kann, im Neubau selbst ist von den Flugzeugen jedoch nichts zu hören. Auch die Piloten können jetzt genau sehen, über was sie fliegen: Auf dem begrünten Flachdach prangt ein riesiges Logo des Unternehmens.

Die Nähe zum Frankfurter Flughafen, dem siebtgrößten Frachtflughafen der Welt, ist für das Logistikunternehmen entscheidend, wie Kern betont. „Wir hoffen, dass der Standort so bestehen bleibt. Unser Betrieb ist in sehr hohem Maß auf den Flughafen angewiesen“, sagt Kern, der selbst seit 2011 mit seiner Familie in Neu-Isenburg lebt.

Was macht ein Logistik-Dienstleister eigentlich? JAS Forwarding übernimmt beispielsweise für den international gefragten Wetzlarer Kamerahersteller Leica die komplette Logistik. Etwa 53 000 unterschiedliche Artikel seien das allein für Leica, sagt Kern. Die Dienstleistung reicht dabei von der Verpackung über die Auslieferung bis zu den Gebrauchsanleitungen und Garantiekarten in der jeweiligen Landessprache. Gleichzeitig übernimmt JAS Forwarding aber auch die Versorgung der Leica-Werke in Wetzlar und Solms mit Produktionsteilen. „Das ist sehr komplex“, sagt Kern.

Ahnen lässt sich das auch in der neuen Lagerhalle, deren haushohe Regale sich erst allmählich füllen. Hier steht auch ein riesiges Röntgengerät, Anschaffungspreis etwa eine halbe Million Euro, mit dem alle Luftfracht-Kisten aus Sicherheitsgründen durchleuchtet werden müssen.

„Das ist das Neueste vom Neuen“, sagt Kern begeistert. „Damit können wir sogar durch sieben Zentimeter dicke Stahlplatten schauen, organische, anorganische, metallische und flüssige Materialien unterscheiden.“

Teuer sei vor allem der Unterhalt des Apparates, sagt er. Das liege an den sehr hohen Personalkosten. „Niemand darf hier länger als 30 Minuten am Stück an den Bildschirmen arbeiten“, sagt Kern. Das liege nicht an der Strahlenbelastung sondern daran, dass die Konzentration danach abnehme.

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