Gastgewerbe

Hotels in Offenbach bleiben leer

  • Agnes Schönberger
    vonAgnes Schönberger
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Coronabedingt übernachteten in den Hotels zuletzt 78 Prozent weniger Gäste als im Vorjahr. Die IHK Offenbach fordert deshalb von der Politik „unbürokratische Lösungen“.

Wer wissen möchte, wie es dem Hotel- und Gastgewerbe in Offenbach in Corona-Zeiten geht, sollte einen Blick in die Statistik werfen. Sie spricht eine sehr deutliche Sprache, die die Dramatik der Branche auch ohne große Worte veranschaulicht.

Laut dem statistischen Vierteljahresbericht der Stadt kamen von April bis Ende Juni (als Offenbach noch kein Hotspot war) nur noch 15 234 Gäste zum Übernachten nach Offenbach – ein Minus von 78 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Bei Tourist:innen aus dem Ausland war der Einbruch noch dramatischer: Statt 31 300 ausländischen Besucherinnen und Besucher kamen in den drei Monaten nur noch 2150 – ein Minus von rund 93 Prozent.

Die Zahl der Übernachtungen ging im selben Zeitraum um zwei Drittel auf 44 800 zurück, und die Bettenauslastung sank von 41,9 auf 18,9 Prozent. Kleiner Lichtblick: Die durchschnittliche Verweildauer je Person stieg von zwei Tagen auf 2,9 Tage.

Markus Weinbrenner, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach, macht drei Faktoren aus, die die Krise erklären können. Zum einen leide die Hotellerie darunter, dass nationale und internationale Geschäftsreisende und Messebesucher:innen ausblieben. Denn der Hotelstandort Offenbach sei eng verflochten mit der Region und ganz besonders mit Frankfurt.

Aber auch private Reisen fänden kaum noch statt, sagt Weinbrenner. Als dritten Grund nennt er die unkoordinierten Regelungen zu innerdeutschen Reisebeschränkungen und Beherbergungsverboten, die zu großer Verunsicherung geführt hätten.

Weinbrenner weiß, dass angesichts der steigenden Infektionszahlen und Ängste der Tourist:innen vor höherer Ansteckungsgefahr die Probleme in Hotellerie und Gastronomie im Herbst und Winter nicht geringer werden. Er fordert daher von Politik und Verwaltung, mit den betroffenen Unternehmen „unbürokratische Lösungen“ zu entwickeln.

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