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Honda-Wegzug tut noch weh

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Von: Annette Schlegl

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City Tower an der Berliner Straße: Hier siedelt sich ein Holiday Inn an.
City Tower an der Berliner Straße: Hier siedelt sich ein Holiday Inn an. © Sascha Rheker

Rund elf Prozent der Gewerbeflächen in Offenbach stehen leer. Viele Büroimmobilien sind schwer zu vermieten: Sie sind zu alt oder zu speziell. Und mit dem Wegzug von Honda stehen an der Sprendlinger Landstraße seit Mitte des Jahres 7500 Quadratmeter Bürofläche leer.

Eigentlich würde Offenbach richtig gut da stehen – wenn es die Honda-Immobilie nicht gäbe. Die Lager- und Produktionsflächen sowie die Büros des Automobilherstellers, die seit Mitte dieses Jahres ungenutzt sind, trüben die Leerstandsbilanz von Jürgen Amberger, dem Leiter der städtischen Wirtschaftsförderung. Dabei konnte er sich zu Jahresbeginn noch über die Vermietung von rund 11 000 Quadratmetern Bürofläche im City-Tower freuen. Mit 11,07 Prozent ist die Leerstandsquote im Vergleich zur Nachbarstadt Frankfurt akzeptabel – auch wenn sich Amberger höherwertige Büroflächen wünscht.

Rund 142 550 Quadratmeter Büroflächen, 40 813 Quadratmeter Lager- und Produktionsflächen sowie 17 118 Quadratmeter Ladenflächen sind in Offenbach ungenutzt. Das besagt der Flächenreport 2013, der zum Stichtag 25. September erstellt wurde.

Büros in der Halle

„Der Leerstand an Büroflächen liegt leicht unter dem, was wir zum letzten Stichtag hatten“, freut sich Amberger. 0,26 Prozent weniger sind es genau. Er muss aber gleichzeitig eingestehen, dass „50 bis 60 Prozent dieser Flächen schwer zu vermieten sind.“ Meist, weil es sich dabei um ältere Objekte handelt, aber auch, weil die Büros in Spezialimmobilien liegen. Dazu zählt auch die ehemalige Zentrale von Honda an der Sprendlinger Landstraße. Hier stehen laut Amberger 7 500 Quadratmeter Büroflächen leer, die in die Halle eingebaut wurden.

Es gebe zu wenige Angebote an neuen hochwertigen Büros in guter Lage, moniert der Chef der Wirtschaftsförderung. „Ich kann Interessenten immer nur ein bis zwei solcher Objekte anbieten“, sagt er, und nennt es als wünschenswert, gut erschlossene Büroimmobilien am Kaiserlei oder in der Innenstadt zu haben. Das ehemalige Honeywell-Gebäude an der Kaiserleistraße 39 und das Haus der Wirtschaft an der Berliner Straße 114 bergen mit jeweils rund 13 000 Quadratmetern die größten leer stehenden Büros.

Der Umzug der Firma Honda nach Frankfurt wirkt sich auch bei den Lager- und Produktionsflächen negativ aus. Statt bisher sind mehr als 40 000 Quadratmeter ungenutzt.

Leere Läden

Bei den Ladenflächen verzeichnet Amberger seit Anfang 2013 zwei größere neue Leerstände, die knapp 5 000 Quadratmeter ausmachen: ein ehemaliges Zelt- und Campinggeschäft an der Sprendlinger Landstraße und das Top-Bau Center an der Mühlheimer Straße. „Ein Baumarkt wird dort wohl nicht mehr entstehen“, sagt Amberger und erklärt, die Fläche sei dafür zu klein. Es wäre ihm lieber, wenn dort Produktion Einzug halten würde.

Am wichtigsten Bürostandort, dem Kaiserlei, stiegen die Mietpreise um 50 Cent von 8,50 auf 9 Euro pro Quadratmeter. Das habe mit der Ansiedlung der EZB zu tun, erklärt Amberger. Außerdem habe die Menge und die „Ernsthaftigkeit“ der Anfragen zugenommen. In der Innenstadt dagegen sei der Durchschnittspreis um 50 Cent gesunken, weil die Vermieter von Gewerbeimmobilien durchwegs etwas weniger fordern. Im gesamten Stadtgebiet werden nach wie vor Büroflächen in allen Qualitätsstufen angeboten – von drei Euro in Bieber und Waldhof bis hin zu 16 Euro in der Innenstadt.

Die Spitzenmiete für Lager- und Produktionsflächen liegt an der Sprendlinger Landstraße jetzt bei fünf statt bisher vier Euro. Auch das ist, so ist im Flächenreport zu lesen, auf Honda zurückzuführen. Das Unternehmen möchte ein weiteres Objekt zu diesem Preis vermieten.

Bei den Ladenflächen hat sich, die Tendenz hin zu sehr guten Lagen fortgesetzt. Ladenflächen außerhalb der besseren Lagen seien dagegen schwer zu vermarkten.

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