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Extremwetterereignis im Lehrgebiet Bühnenbild der HfG Offenbach.

Hochschule für Gestaltung

Die HFG lädt ein: Kunst und Klima beim Rundgang in Offenbach

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Beim HfG-Rundgang in Offenbach zeigen Studierende Tausende von Arbeiten – einige erforschen Wetterphänomene.

Das Wetter. Es spielt eine Rolle beim 22. Rundgang der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Offenbach. Gut möglich, dass sich am Samstagabend bei der Filmnacht in Gedenken an die im April viel zu früh verstorbene Professorin Rotraut Pape plötzlich die Wolken öffnen - die äußeren Zustände spiegelten die Inneren.

„Wir haben extra 300 Regencapes bestellt“, sagt HfG-Sprecherin Katja Kupfer, gegen die äußeren Umstände. So könnten sich Besucher, die keinen Schirm hätten, und nicht in die Gebäude flüchten wollten, vor Regen schützen. Vom Wetter hänge auch ab, ob bis zu 5000 Besucher kommen.

Rundfahrt mit dem Boot und Velotaxis

Der Rundgang, er müsste diesmal Rundfahrt heißen. Denn der Weg von den Hauptgebäuden am Schlossplatz zur Galerie im früheren Zollamt, zu den Projekten im öffentlichen Raum und in die HfG-Kunsthalle am Kaiserlei ist zu Fuß kaum zu schaffen. Dafür nimmt das Boot „Gaby“ die Besucher zur Rundfahrt mit, Velotaxis leisten Chauffeurdienste, beides kostenfrei. Wie überhaupt die gesamte Veranstaltung kostenfrei ist, bei der rund 800 Studierende aus 30 Lehrgebieten der Fachbereiche Kunst und Design ihre Arbeiten ausstellen.

Sargon Khinoev vor seiner Arbeit „Sweat“.

Überwältigend viele Arbeiten. Sie geben einen Überblick, was in den Disziplinen Film, Video, Fotografie, Malerei, Performance, Bühnenbild, Material- und Mobilitätsdesign heutzutage möglich ist, digital und analog. Um alles mehr als flüchtig zu sehen, und es zu verarbeiten, braucht man schon einen Tag.

Wetter unter künstlerischen Bedingungen

Das Wetter unter künstlerischen Bedingungen haben Studierende des Lehrgebiets Bühnenbild erforscht. Unter Leitung von Heike Schuppelius besuchten sie den Deutschen Wetterdienst in Offenbach, um die wissenschaftliche Seite abzudecken, und die Frankfurter Oper, die Donnerbleche und Regenmaschinen einsetzt. Als Ergebnis ist eine Wetter-Warte entstanden, in der die Studierenden am Donnerstag eine lustige Performance zum Besten geben (Hauptgebäude, Raum B102/B103):

Mary Manalo arrangiert ihre Glasarbeiten.

Theaternebel steigt auf, ein Ventilator bläst ihn durch den Raum. Und ungefähr so wie HR-Wetter-Moderator Thomas Ranft einst live vom sturmumtosten Maintower berichtete, nur übertriebener, redet, nein ruft eine Studentin ins fellumspannte Mikrofon: „Wie das hier stürmt, ich kann das nicht handeln, was sind denn das jetzt für Blätter, ist denn schon Herbst? Ummpf. Jetzt habe ich Blätter im Mund!“ Am Wochenende soll es weitere Performances geben.

Wie sich Fahrgäste an S-Bahn-Stationen besser orientieren können, haben Studierende des Designinstituts für Mobilität und Logistik untersucht (Hauptgebäude, Raum 201a/b). Unter Leitung von Peter Eckart haben sie den RMV-Liniennetzplan aufgeräumt, die vorhandenen Punkte an den Stationen gestrichen, die Farben angepasst. Man sieht jetzt auf einen Blick, welche S-Bahnen von Frankfurt nach Offenbach fahren, ohne die einzelnen Linien farblich unterscheiden zu müssen.

Zusammenarbeit mit Deutscher Bahn und RMV

Der Netzplan und weitere Projekte seien in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn und dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) entstanden, erklären die wissenschaftlichen Mitarbeiter Anna-Lena Moeckl und Julian Schwarze. Der Forschungsschwerpunkt Mobilität wird vom hessischen Wissenschaftsministerium im Rahmen des Programms Loewe gefördert.

Keramikarbeiten aus dem Fachbereich Kunst in der Aula.

Weitere Modelle zeigen, wie sich Stationen umgestalten lassen, damit sich Fahrgäste besser orientieren können und die Wege schneller finden. Durch Portale an den Bahnsteigen könnten Fahrgäste ein- oder aussteigen, damit Züge rascher weiterfahren können. Die S-Bahn soll etwa an der Frankfurter Hauptwache im besten Falle nur eine halbe Minute halten und dann wieder durch den S-Bahn-Tunnel brausen. Jede Verzögerung wirkt sich auf die nachfolgenden Züge aus.

Weitere Arbeiten zeigen, wie sich die Station Hauptwache umgestalten ließe, damit Fahrgäste ihre Wege besser finden. Das können Besucher mit einer Virtual-Reality-Brille erkunden.

Im Lehrgebiet Performance (HfG-Kunsthalle) geht es weniger ernst zur Sache. Ein Dutzend Studierende sitzt auf einem Bier-Bike, wie man es von Junggesellenabschieden kennt, und hört Musik. Das Original-Bier-Bike hätten sie sich aus Mainz geliehen, sagt eine Studentin. Damit strampeln sie dann durch die Kunsthalle, kriegen die Kurve nicht ganz, bleiben stehen vor einer Wand, schieben das Gefährt zurück, und weiter geht’s. „Bierchen gibt’s auf dem Bier-Bike auch“, sagt die Studentin. So könnte die Performance zum Publikumsmagneten werden. Vor allem, wenn es draußen regnet.

HfG-Rundgang

Am Samstag, 13. Juli, ist der HfG-Rundgang von 14 bis 22 Uhr geöffnet. Um 22 Uhr beginnt die Filmnacht auf dem Schlossplatz in Erinnerung an die verstorbene Filmprofessorin Rotraut Pape. Am Sonntag, 14. Juli, ist der Rundgang von 14 bis 20 Uhr geöffnet.

Ausstellungsorte in Offenbach sind auf dem HfG-Campus, Schlossstraße 31, in der HfG-Kunsthalle, Nordring 150/Eingang Kaiserleistraße 19 und in der Zollamt Galerie, Frankfurter Straße 91.

Zur HfG-Kunsthalle pendelt das Boot „Gaby“ am Samstag von 16 bis 21 Uhr, die Abfahrt ist zur vollen Stunde hinterm Isenburger Schloss; zur halben Stunde am Hafen Offenbach, in Höhe des Kohlekrans. Ein Velotaxi fährt ebenfalls zur HfG-Kunsthalle, Samstag, 17 bis 22 Uhr, am Sonntag, 14 bis 17 Uhr. Abfahrt und Ankunft jeweils am Schlossplatz Ecke Schlossstraße.

Zu den Projekten im öffentlichen Raum fährt ein Velotaxi am Samstag, 17 bis 20 Uhr und am Sonntag, 14 bis 17 Uhr ab Schlossgrabengasse 1, Parkplatz Bühnenbild.

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