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Thomas Messer, Inhaber der Hassia-Fabrik, baut die Schießanlage in Eigenregie.
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Thomas Messer, Inhaber der Hassia-Fabrik, baut die Schießanlage in Eigenregie.

Offenbach

Hochmodernes Schießzentrum in Offenbach

  • Timur Tinç
    VonTimur Tinç
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In der Hassia-Fabrik entsteht einen Trainingsort für Behörden, Sport und Jagd. Die Kritik der Linken an der Schießanlage weist der Immobilien-Investor und Bauunternehmer Thomas Messer zurück.

Offenbach - Bei jedem Hammerschlag der Bauarbeiter auf die Stahllamellen hallt es durch den riesigen Raum im ersten Obergeschoss. Die gesamte Wand wird damit ausgestattet, um demnächst Geschosse mit einer Energie von 7000 Joule aufzunehmen. „Das haben wir so stark ausgelegt, damit man mit schwachem Kaliber oft genug draufschießen kann“, erklärt Thomas Messer.

Der Immobilieninvestor ist Besitzer der Hassia-Fabrik in Offenbach und baut auf einem freien Grundstücksteil der historischen Anlage einen hochmodernen Schießstand. Auf dem Gelände führt er zudem die Waffenhandels- und Sicherheitsgesellschaft, die Waffen, Sicherheitstechnik und Outdoorbekleidung anbietet. Im August, spätestens aber im September soll die zweigeschossige Anlage mit zwei Schießräumen, einer ist 25 Meter lang, der andere 50 Meter, eröffnet werden. Er soll an sechs Tagen die Woche ein Trainingsort für Behörden wie Landes- und Bundespolizei, Personenschützer:innen, Sport und Jagd sein. Das Gebäude ist barrierefrei. Es wird Seminarräume geben und überdachte Stellplätze für Mannschafts- und Transportwagen.

Kritik an dem Schießzentrum kommt von den Linken in Offenbach

„Bundesweit herrscht ein Mangel an Schießständen“, sagt Messer. Beim Zoll und der Polizei würden neue Leute eingestellt und müssten dementsprechend an der Waffe ausgebildet werden. Zudem führte Hessen im vorigen Jahr das Gewehr G38 ein, an dem die Beamtinnen und Beamten ebenfalls geschult werden müssen. Bereits jetzt mieten die Behörden private Schießanlagen an. „Demnächst wird ein Gesetz verabschiedet, wonach Jäger regelmäßig einen Schießnachweis erbringen müssen“, berichtet Messer. Da er selbst Jäger sei, wisse er von vielen Schießanlagen, dass sie gerade im Herbst überbelegt seien. „Viele sind auch in die Jahre gekommen“, sagt der Bauunternehmer.

Kritik an dem Schießzentrum kommt von den Linken in Offenbach. „Wir dürfen die Gefahr, die von einem Hightech-Schießstand mitten im Wohngebiet ausgeht, nicht unterschätzen. Wir erwarten, dass der Magistrat die Bürger:innen umfassend informiert und ihre Sicherheit gewährleistet“, schreibt die Partei. Das stößt bei Thomas Messer auf Unverständnis, da alle Parteien und der Magistrat über das Vorhaben informiert seien. Die Linken offenbar nicht.

Zudem gebe es in Offenbach weitere Schießstände in unmittelbarer Nähe zu Wohngebieten. „Ein Schießstand hat ja keine Außenwirkung. Er hat keine Relevanz für die umliegende Nachbarschaft“, erklärt Messer, der früher weltweit im Personenschutz tätig war. Zum einen werde der Einlass über ein modernes Zugangskontrollsystem geregelt, und wie bei allen Schießanlagen müssten alle ihre Waffen selbst mitbringen, wobei Waffen und Munition separat zu transportieren seien. Zum anderen übererfülle er viele Auflagen wie den Schallschutz, betont Messer. „Man könnte Tag und Nacht schießen, ohne dass draußen etwas zu hören ist.“

Schießzentrum in Offenbach: Anlagen auch in anderen Städten?

Die Idee für den Schießstand hatte Messer bereits 2013, die Baugenehmigung erhielt er im Januar 2020. Neben dem Baurecht musste er sich an die Bundesschießstandrichtlinie halten, das Regierungspräsidium Darmstadt war am Genehmigungsverfahren ebenfalls beteiligt. Zudem wurde das Projekt von einem behördlichen sowie einem zivilen Schießstandsachverständigen begleitet.

Die Lüftungsanlage ist nach den Anforderungen der hessischen Polizei eingerichtet worden. „Wir können bis zu 80.000 Kubikmeter Luft durch die Anlage pumpen“, sagt Messer. Dabei würden auch die giftigen Gase, die beim Schießen entstehen, sofort weggesaugt.

Wenn das Schießzentrum erst einmal fertig ist, kann sich Thomas Messer sehr gut vorstellen, solche Anlagen auch in anderen Städten zu bauen. „Dann kenne ich alle Schwierigkeiten und weiß, wie ich sie lösen kann“, sagt er. Wie viel Geld ihn die Anlage kostet, will der Bauunternehmer nicht verraten. (Timur Tinç)

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