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In der ehemaligen Rieker-Fabrik in der Bieberer Straße sollen bald zwölf Wohnungen entstehen.
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In der ehemaligen Rieker-Fabrik in der Bieberer Straße sollen bald zwölf Wohnungen entstehen.

Offenbach

Günstiges Wohnen in alten Fabriken

  • Timur Tinç
    vonTimur Tinç
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Die Genossenschaft Creativ-Häuser hat ihr zweites Gebäude erworben und will 26 Wohnungen bauen. Sie plant den Kauf von zwei weiteren Objekten in der Stadt.

Die Architekturpläne für den Gebäudekomplex in der Bieberer Straße 266 liegen schon fix und fertig vor. Es sind nur ein paar Nachschliffe nötig. „Die Gruppe, die hier wohnen will, hat ihre Vorstellungen, die in die Planungen einfließen“, sagt Rudolf Gaul. Er ist Mitgründer der Genossenschaft Creativ-Häuser, die nach dem Erwerb der Maschinenfabrik Hau im Stadtteil Bürgel vor eineinhalb Jahren nun auch die alte Lederfabrik Martin Rieker zu Wohnungen umbauen will.

28 Wohnungen in Planung

Das 850 Quadratmeter große Grundstück am Rand des Leonhard-Eißnert-Parks ist von der Berliner Stiftung „Umverteilen!“ gekauft und der Genossenschaft in Erbpacht übergeben worden. „Der Bauzustand ist sehr schön. Das sollte eigentlich problemloser laufen als mit dem Projekt in Bürgel“, sagt Gaul, der selbst Makler ist.

Mit dem Offenbacher Bauamt sei es aber besonders schwierig, inzwischen habe es immerhin die Bauvoranfrage positiv beschie-den. „Im nächsten Schritt für die Hau-Fabrik werden wir mit dem Architekten die Ergebnisse der Bauvoranfrage einarbeiten und dann für beide Gebäude noch im ersten Quartal einen Bauantrag stellen“, kündigt Gaul an.

In der ehemaligen Hau-Fabrik sollen 16 Wohnungen entstehen, in der einstigen Rieker-Fabrik in Bieber sollen es zwölf werden. „Wir sind jetzt schon mehr Mitglieder, als wir Wohnungen haben“, sagt Gaul. Mehr als 50 Mitglieder sind es derzeit, die einen Mitgliedsbeitrag von 7000 Euro gezahlt haben. Zusätzlich haben einige von ihnen mit einem Darlehen geholfen, die Hau-Fabrik zu erwerben.

Wegen des großen Interesses ist die Genossenschaft derzeit in Abschlussverhandlungen über zwei weitere Gebäude in Offenbach. Und damit muss nicht Schluss sein. „Unser Plan ist, bis 2022/2023 rund 80 Wohnungen in der Stadt zu haben“, sagt Gaul. Die Mietpreise sollen nach derzeitigem Stand zwischen acht und 8,50 Euro betragen. Das hänge immer von den Ausstattungswünschen der Bewohner:innen ab und davon, welche Zuschüsse und Fördermöglichkeiten genutzt werden können, „weil sich manche gegenseitig ausschließen“.

Im Fokus der Genossenschaft steht die Idee der Diversifizierung. „Es gibt Leute, die wollen eine enge Gemeinschaft haben, und andere, die wollen eine Gemeinschaft, aber mehr Individualität. Das können wir realisieren, weil wir unterschiedliche Objekte haben“, erklärt Gaul. In der ehemaligen Hau-Fabrik sollen unter anderem eine Sauna und ein Kulturcafé entstehen.

In der alten Rieker-Fabrik sollen Wohnungen zwischen 40 und 120 Quadratmeter gebaut werden. Acht der zwölf Wohnungen sind bereits belegt. Darüber hinaus ist ein Gemeinschaftsraum geplant, wo derzeit eine Garage ist. An der Rückseite soll eine Gemeinschaftsterrasse entstehen. Die Wohnungen des dreigeschossigen Gebäudes sollen über Podeste erschlossen werden. Zusätzlich werde ein Aufzug eingebaut, da alle Objekte der Genossenschaft barrierefrei sein sollen. Das Gebäude muss dafür zunächst entkernt werden.

Gaul rechnet mit Baukosten in Höhe von 3,2 Millionen Euro, bei der Hau-Fabrik mit vier bis 4,5 Millionen Euro. Die ersten Mieter:innen sollen, so die Hoffnung, schon im Laufe des nächsten Jahres einziehen können.

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