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Grüne wollen informiert werden

  • Wiebke Rannenberg
    vonWiebke Rannenberg
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Der drohende Jobverlust belebt die Diskussion über die Zukunft der EVO. Es gebe keinen Grund, dem Mannheimer Mutterkonzern MVV zu misstrauen", sagt Kämmerer Michael Beseler (SPD).

Die Grünen im Offenbacher Rathaus wollen besser informiert werden über das, was in der Energieversorgung Offenbach (EVO) passiert. Fraktionsvorsitzender Peter Schneider fordert sowohl vom Mannheimer Mutterkonzern und Mehrheitseigner (MVV Energie) als auch von seinem Koalitions-Kollegen und Kämmerer Michael Beseler (SPD) eine bessere Informationspolitik.

Die Grünen beziehen sich auf einen Bericht der Frankfurter Rundschau, dass die MVV in den nächsten drei bis fünf Jahren im Zuge des Konzernumbaus "Einmal gemeinsam" an den drei Standorten Offenbach, Mannheim und Kiel zusammen 400 bis 600 Stellen streichen will. Es sei "schon ein Ding", wenn die Stadt Offenbach "die Pläne zur Personalreduzierung aus der Zeitung erfährt", sagte Schneider.

Beseler betonte, dass auch er die Entwicklung der Arbeitsplätze genau beobachte. Als ehemaliger Manager wisse er aber auch, dass ein Abbau von einem Prozent im Jahr sozialverträglich geschehen könne - zumal sich der MVV-Vorstand verpflichtet habe, bis 2016 auf Kündigungen zu verzichten. Nach seinen Angaben hat der MVV-Konzern 6000 Beschäftigte, bei der EVO arbeiten 880.

Die Kritik der Grünen hält er für überzogen, zudem sei sie "in dieser Schärfe" der Sache nicht dienlich - obwohl auch er die genauen Pläne nicht kannte. Es gebe "keinen Grund, der MVV zu misstrauen", sagte Beseler. Die MVV habe ein "hohes Interesse an gutem Einvernehmen mit der Stadt" und sei als kommunales Unternehmen ein besserer Partner als ein privater Energiekonzern.

Mit dieser Haltung führt Beseler die Gespräche mit dem EVO-Mehrheitseigner über den zehnjährigen EVO-Bestandsschutz, dessen Ende im Oktober mit dem Konzernumbau zusammenfällt.

Auch dazu fühlen sich die Grünen schlecht vom Kämmerer Beseler informiert. Im Februar hatten sie ein Positionspapier für die Koalitionsrunde (SPD, Grüne, FDP) geschrieben. Sie forderten Klarheit über die Verhandlungsziele. Auch jetzt fordert Schneider erneut, die Stadt müsse "endlich eine klare Strategie verfolgen, um ihren Einfluss geltend zu machen". Auch die SPD hatte im März Verhandlungen angemahnt.

In einem kurzen Prüfungsbericht, den die Stadtverordneten am Donnerstag, 17 Uhr, diskutieren wollen, wägt Beseler Handlungsoptionen ab (siehe Infobox). Er zeigt sich überzeugt, dass MVV und Offenbach gemeinsame Ziele für die EVO haben. Die Stadt habe dabei "die gegebenen Möglichkeiten zu nutzen, um ihre Interessen zu wahren", schreibt er, ohne die Möglichkeiten zu benennen. Tatsächlich, sagte er, "bleibt es vage", so lange nicht klar sei, wie es weitergehe.

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