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Am Max-Willner-Platz hängt prominent Werbung für Biomüll.

Müllentsorgung in Offenbach

PR für die grüne Tonne

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Die Werbe-Kampagne der Stadt für die Nutzung der Bio-Tonne zeigt Wirkung. Die Zahl der Offenbacher, die sie nutzen, steigt stetig an.

Das Biomüll-Aufkommen in Offenbach steigt von einem niedrigen Niveau kommend stetig an. Für die Verantwortlichen beim kommunalen Eigenbetrieb ESO, der sich um den Abfall in der 137 000-Einwohner-Stadt kümmert, ist das ein Grund zur Freude: Denn es sei nachhaltiger und wirtschaftlicher, Gemüsereste in Biogasanlagen in Strom und Wärme zu verwandeln, als einen großen Berg Restmüll ins Müllheizkraftwerk zu schicken. Genau da landet der Biomüll aber häufig: In Offenbach wurden 2017 von stadtweit rund 13 700 Biotonnen ganze 5000 nicht benutzt – das verraten Mikrochips. 

Die Stadt hat deshalb 50 000 Euro investiert und im Herbst vorigen Jahres eine PR-Kampagne ins Leben gerufen, die unter dem Motto „Die Zukunft ist im Eimer“ dazu beitragen soll, das Biomüll-Aufkommen zu erhöhen. Wie es scheint, mit Erfolg: Zwar steigen die Biomüllmengen in Offenbach seit Jahren leicht an, doch die Zunahme im Kampagnenjahr 2017 gegenüber 2016 war größer: Um 180 Tonnen wuchs die Menge des Biomülls in diesem Zeitraum stadtweit an, das war ein Plus von 5,4 Prozent. Im Jahr davor gab es ein Plus von 140 Tonnen; in diesem Jahr sollen es Schätzungen zufolge 110 Tonnen sein. 

Rapper Tao wirbt für Mülltrennung

„Wir müssen das Thema langfristig und dauerhaft angehen“, sagt Sigrid Aldehoff von der Stadtwerke Offenbach Holding (SOH), denn es sei nicht leicht, beim Thema Müll Verhaltensänderungen zu bewirken. Deshalb hängt die Offenbacher Agentur U9 in ihrer eigens konzipierten Kampagne nicht nur Plakate und Banner auf, sondern beschreitet auch ungewöhnliche Werbewege: So gab es in diesem Jahr mehrere Auftritte des Offenbacher Rappers Tao Weinberger (kurz: Tao) an Schulen, bei denen er seinen „Biomüll-Rap“ aufführte. Ein ironisches Video dazu wurde bereits rund 14 000 Mal angeklickt. Tao soll junge Leute ansprechen, „damit Bürger nachwachsen, denen das Thema bereits vertraut und für sie positiv besetzt ist“, sagt Aldehoff.

Zum Auftakt der Kampagne vor einem Jahr wurden vor allem Haushalte in der Innenstadt angeschrieben, wo besonders wenige die Biotonne nutzen, und auf dem Wochenmarkt auf dem Wilhelmsplatz wurden Biomülltüten verteilt. Nun sind die Hausverwaltungen von Großwohnanlagen dran, die sich derzeit unter anderem um die Entsorgung von Herbstlaub kümmern müssen: Sie erhalten von der Stadt das Angebot einer Abfallberatung sowie ein Infopaket mit Plakaten und Flyern in 14 Sprachen.

Mehr Infos: www.offenbach.de/weltretten

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