Integrierte Gesamtschulen wie die Schillerschule im Nordend sind in Offenbach besonders beliebt.
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Integrierte Gesamtschulen wie die Schillerschule im Nordend sind in Offenbach besonders beliebt.

Integrierte Gesamtschulen

Gefragt wie nie

79 wechselwillige Kinder müssen die Offenbacher Gesamtschulen zum neuen Schuljahr zurückweisen- immerhin deutlich weniger als die 120 bis 140 abgelehnten Schüler der Vorjahre.

Von Jörg Muthorst

Bei den weiterführenden Schulen setzen Schüler und Eltern nach wie vor besonders auf Gymnasium und Integrierte Gesamtschule (IGS). Das zeigen die vorläufigen Anmeldezahlen für das neue Schuljahr 2010/2011.

Vor allem die IGS mit ihren lang geöffneten Bildungsgängen und ihrer individuellen Förderung erfreut sich in Offenbach seit Jahren wachsender Beliebtheit. Der Trend hält weiter an. Von den 1032 Kindern (2009: 1016), die nach den Sommerferien in die Sekundarstufe wechseln, wollten fast 45 Prozent eine der drei Gesamtschulen besuchen.

Von den 449 Wünschen konnten jedoch nur 370 berücksichtigt werden. 79 Kinder werden nun die Förderstufe einer der drei Haupt- und Realschulen besuchen. Das seien immerhin schon deutlich weniger als die 120 bis 140 zurückgewiesenen Schüler der Vorjahre, sagt der Leiter des Offenbacher Stadtschulamtes, Thomas Löhr. Somit sei die allmählich einsetzende Entlastung durch die Geschwister-Scholl-Schule zu spüren.

Die Haupt- und Realschule ging 2009 mit ihrer ersten IGS-Jahrgangsstufe an den Start. "Das ist ein Prozess", sagt auch der stellvertretende Leiter des Staatlichen Schulamtes, Peter Bieniussa. Die Bieberer IGS sei noch im Aufbau.

Die Schillerschule ist besonders gefragt

Am stärksten gefragt ist nach wie vor die Schillerschule im Nordend mit ihren vielfältigen Nachmittagsangeboten. Die noch junge IGS, die Edith-Stein-Schule auf der Rosenhöhe, hat sich nach Löhrs Einschätzung inzwischen etabliert. "Die Scholl-Schule wird das auch schaffen."

Viele Gesamtschüler, an der IGS vom G8-Abiturstress verschont, wechseln später auf die gymnasiale Oberstufe. Deren Jahrgangsbreite ist dann wie etwa bei der Rudolf-Koch-Schule schon mal deutlich größer als die hier in diesem Jahr mit drei fünften Klassen bestückte Eingangsstufe. Die Albert-Schweitzer-Schule nimmt fünf, die Leibnizschule sechs fünfte Klassen auf.

Insgesamt entschieden sich 419 Kinder für das Gymnasium. Ein hoher Anteil. Sie werden nach jetziger Prognose alle einen Platz erhalten, wenn auch nicht immer in der Wunschschule. So wurden einige wenige Schüler an die Leibnizschule verwiesen. Viele Wege führen zum Abitur, etwa auch über das von 423 Schülern besuchte Berufliche Gymnasium mit zuletzt 188 Schülern in den Eingangsklassen. Wie bei der IGS spiele auch hier die G8-Alternative eine Rolle, sagt Löhr.

213 Schüler werden die drei Haupt- und Realschulen besuchen. Diese werden in ihren Förderstufen jeweils drei neue Klassen aufnehmen. Mit ihrer hohen Durchlässigkeit könnten sie ihr Profil als neue Mittelstufenschule noch schärfen, findet Bieniussa.

Das Schulamt ist zuversichtlich, die 3380 für Stadt und Kreis zugewiesenen Lehrerstellen auch besetzen zu können, dies auch in Mangelfächern wie Englisch oder Naturwissenschaften. Um Lücken zu schließen, sind 15 sogenannte Quereinsteiger aus Wirtschaft und Hochschule im Einsatz.

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