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Stadtparlamentschef Färber, Museumsleiter Eichenauer und Professor Lautner.

Offenbach

Friede den Hütten

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Professor Launer legt eine Dokumentation der Büchner-Ausstellung von 2013 vor.

„Der Hessische Landbote“ von 1834 gilt als eine der bedeutendsten deutschen politischen Flugschriften des 19. Jahrhunderts und als Wegbereiter der deutschen Revolution von 1848. Bekannt daraus ist bis heute vor allem die Parole: „Friede den Hütten! Krieg den Palästen“.

Doch hätte sich der Landbote ohne die Unterstützung aus Offenbach so weit verbreitet? Rund 1 200 Exemplare wurden seinerzeit in der Druckerei Preller gedruckt, erhalten geblieben ist kaum eine Handvoll. Daran erinnerte zuletzt 2013 eine Ausstellung im Haus der Stadtgeschichte anlässlich des 200. Geburtstags von Georg Büchner, der die Streitschrift 1834 in Gießen verfasste. Konzipiert hatte die Ausstellung Dorothea Held, die nur ein Jahr danach mit 33 Jahren starb.

Nun hat Professor Gerd Lautner aus Darmstadt eine Dokumentation dieser Ausstellung herausgegeben. Das Buch „Hessischer Landbote und Offenbach“ vereint die Ausstellungstexte von Dorothea Held mit Beiträgen von Anke Mosch, Vicente Such-Garcia und anderen. Der Leiter des Hauses der Stadtgeschichte, Jürgen Eichenauer, nennt das einen „Glücksfall“, da nach dem Tod der Mitarbeiterin die Ausstellung wieder in den Asservaten verschwand.

„Jetzt haben wir eine Dokumentation, die die Ereignisse des Vormärz einordnet und die Rolle des aufstrebenden Industriestandorts Offenbach für die Revolution klar macht“, betont Eichenauer. „Denn hier wehte ein liberaler Geist, während es im benachbarten Frankfurt eine rigide Führung und eine strenge Zunftordnung gab.“

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