Eine riesige begehbare Prostata wirbt bei Gesundheitstagen für Vorsorgeuntersuchungen. Allein lebende alte Männer werden das Problem der Zukunft sein. Davon ist Professor Andreas Goldschmidt überzeugt. Deshalb hat sich der Geschäftsführer des Zentrums für Forschung und Bildung (ZFB) am Klinikum der Initiative angeschlossen, die Männergesundheit erforschen will. Noch in diesem Jahr soll am Standort Offenbach ein Institut gegründet werden.
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Eine riesige begehbare Prostata wirbt bei Gesundheitstagen für Vorsorgeuntersuchungen. Allein lebende alte Männer werden das Problem der Zukunft sein. Davon ist Professor Andreas Goldschmidt überzeugt. Deshalb hat sich der Geschäftsführer des Zentrums für Forschung und Bildung (ZFB) am Klinikum der Initiative angeschlossen, die Männergesundheit erforschen will. Noch in diesem Jahr soll am Standort Offenbach ein Institut gegründet werden.

Klinikum

Forschen an der Männergesundheit

Warum bleiben manche Männer ihr Leben lang gesund? Ein neues Institut will das in einem internationalen Projekt erforschen - das könnte dabei helfen, Krankheiten zu erforschen.

Von Angelika Ohliger

Allein lebende alte Männer werden das Problem der Zukunft sein. Davon ist Professor Andreas Goldschmidt überzeugt. Deshalb hat sich der Geschäftsführer des Zentrums für Forschung und Bildung (ZFB) am Klinikum der Initiative angeschlossen, die Männergesundheit erforschen will. Noch in diesem Jahr soll am Standort Offenbach ein Institut gegründet werden.

Ältere Männer, so Goldschmidt, seien hilfloser als gleichaltrige Frauen, vor allem dann, wenn sie als Single leben. "Wir wollen für diese Männer mehr Vitalität und Leistungsfähigkeit erreichen ", sagt Professor Ulf Tunn. Der bisherige Chefarzt der Urologie am Klinikum ist der Initiator der Kooperation. Es gehe nicht um die Verlängerung des Lebens, sondern um mehr Qualität.

Als Partner hat sich Tunn unter anderem Professor Oswaldo Palhares aus Manaus im brasilianischen Bundesstaat Amazonas geholt, der sieben Jahre lang Urologe am Offenbacher Klinikum war und jetzt in seiner Heimat einen Lehrstuhl für Urologie und Prävention hat. Außerdem hat Tunn Kontakt zu einem ihm bekannten Kollegen an der Fudan-Universität in Shanghai aufgenommen.

"Chinesen haben ein anderes Verständnis von Gesundheit", sagt Tunn. Prävention habe bei ihnen einen viel höheren Stellenwert. Nun sollen Daten in Brasilien, China, Deutschland und, soweit möglich, in anderen europäischen Ländern gesammelt und von Goldschmidt ausgewertet werden.

Es ist kein Zufall, dass gleich zwei Urologen zu den Kooperationspartnern gehören. Demenz, Diabetes und Schlaganfall gälten als typische Alterskrankheiten, sagt Goldschmidt. Krankheiten der Harnwege und der Prostata beim Mann würden unterbelichtet.

Nicht die "Reparaturmedizin" ist es, mit der Tunn und seine Kooperationspartner den Männern das Leben lebenswerter machen wollen, sondern die Vorbeugung. Viele Forschungen in der Medizin befassten sich mit der Pathogenese, also mit der Entstehung von Krankheiten. "Wir aber wollen herausfinden, warum Menschen gesund bleiben", sagt Tunn. Die Prävention komme hierzulande in der Medizin zu kurz.

Die Finanzierung des Instituts für Gesundheitsmanagement steht noch nicht. "Wir müssen nun mit unserer Idee die Geldgeber überzeugen", so Tunn. Mit ersten Forschungsergebnissen rechnen die Initiatoren in drei bis fünf Jahren. Außerdem sollen am Institut unter anderem neue Arzneimittel geprüft und die Ausbildung für neue Gesundheitsberufe gefördert werden.

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