Offenbach

Flüchtlingshilfe beendet Kooperation

  • Claudia Isabel Rittel
    vonClaudia Isabel Rittel
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Die Offenbacher Flüchtlingshilfe kündigt die Kooperation mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

Die Offenbacher Flüchtlingshilfe hat die Kooperation mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) aufgekündigt. Das teilte Eric Wolf gestern mit, der die Offenbacher Flüchtlingshilfe gemeinsam mit Katja Lenz leitet.

Seit November hatten die Ehrenamtlichen eine Teeküche in der Außenstelle des Bundesamts für Flüchtlinge betrieben. In der BAMF-Außenstelle müssen die Geflohenen vorsprechen, um Asyl zu erhalten, und oft viele Stunden auf das Anhörungsgespräch warten.

Rund 30 Helfer sorgten bislang dafür, dass sich die Wartenden mit heißem Tee, Obst und belegten Brötchen stärken konnten. Unterstützung dafür kam von der Caritas, dem Quartiersmanagement, den Naturfreunden und „Essen und Wärme“.

Finanziert hat die Flüchtlingshilfe den Imbiss aus Spendengeldern. Gerade diese Spendengelder braucht die Offenbacher Flüchtlingshilfe nun aber für wichtigere Aufgaben, sagte Wolf. So müssten sie nun zur Begrenzung der Schäden, die die Behörde anrichte, aufgewendet werden.

Mehrere Schützlinge der Offenbacher Flüchtlingshilfe hätten ablehnende Asylbescheide bekommen, darunter auch eine schwerbehinderte Frau. Mehreren Schülern drohe die Abschiebung nach Afghanistan, einige von ihnen sind laut Wolf Vollwaisen. Die Spendengelder würden künftig aufgewendet, um den Geflüchteten Rechtsbeistand zu zahlen, sagte Wolf. „Und es müssen ja fast alle klagen.“

Vor Ort sei die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen des BAMF gut gewesen, sagte Wolf. Doch die generelle Arbeit der Migrationsbehörde lasse ihn an der Zusammenarbeit zweifeln. Zuletzt hatte es immer wieder Kritik am BAMF gegeben – unter anderem wegen fragwürdiger Asylbescheide. Im Januar hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel das Engagement der Offenbacher Helfer gewürdigt.

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