1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Offenbach

Flüchtlingsheim an der Feuerwehr

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Christoph Manus

Kommentare

Magistrat schlägt dem Kreis drei Standorte für Unterkünfte vor / Neun Asylbewerber sind bereits da

Die 133 Flüchtlinge, die der Kreis Offenbach nach jüngsten Zahlen im kommenden Jahr auf Rodgauer Stadtgebiet unterbringen will, könnten an der Feuerwehr Rodgau-Süd, am Bürgerhaus Nieder-Roden und am westlichen Ende der Mainzer Straße in Dudenhofen wohnen. Diese drei Areale schlägt der Magistrat nach Angaben des Ersten Stadtrats Michael Schüßler (FDP) als Standorte für Gemeinschaftsunterkünfte für je 60 bis 80 Menschen vor.

Er gehe aber nicht davon aus, dass der für die Versorgung der Flüchtlinge zuständige Kreis Offenbach alle drei Grundstücke bebaue, sagte Schüßler. Die Entscheidung, welche Areale die Stadt dem Kreis letztlich vorschlägt, träfen die Stadtverordneten in der kommenden Woche.

Eigene Wohnungen kann die Stadt dem Kreis laut Schüßler bislang nicht anbieten. Alle 178 seien belegt. Vakanzen werde die Stadt aber dem Kreis melden. Neun Flüchtlinge leben bereits in einer Pension in Weiskirchen.

Kein Areal im Norden dabei

Unter den 15 Arealen, die auf ihre Eignung als Wohnort für Flüchtlinge geprüft wurden, waren auch die drei Grundstücke der früheren Stadtteilfeuerwehren von Nieder-Roden, Jügesheim und Hainhausen. Doch diese sind wegen anderer teils bereits fortgeschrittener Nutzungspläne offenbar nicht mehr in der Diskussion. Auf dem Nieder-Röder Areal könnte eine Einrichtung für betreutes Wohnen entstehen. Wo das Jügesheimer Gerätehaus stand, könnte im Zuge des geplanten Umbaus der Stadtteilmitte zu einem Stadtzentrum ein großer Supermarkt Platz finden. Ob die Stadt für die dortige Unterbringung von Flüchtlingen diese Pläne über den Haufen werfen solle, sei fraglich, sagte Schüßler. Die Stadt sollte zudem vermeiden, dass die Rodgauer denken, die Stadtmitte scheitere am Bau von Flüchtlingsunterkünften.

Dass die drei vom Magistrat vorgeschlagenen Standorte alle in Dudenhofen und Nieder-Roden liegen, bezeichnete Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD) gestern als Zufall. Auf der Gesamtliste ständen Grundstücke aus allen Stadtteilen, von Nord bis Süd. Die anderen aber seien für die Flüchtlinge weniger attraktiv, weil sie etwa nah an stark befahrenen Straßen seien oder weit von der Wohnbebauung entfernt lägen, sagte Hoffmann.

Nicht in Frage komme es etwa, Asylbewerber an der Kläranlage Weiskirchen unterzubringen, sagte Schüßler. „Dort wären die Menschen ausgegrenzt.“ Die drei favorisierten Grundstücke lägen dagegen jeweils am Rande der Bebauung und nicht zu weit von Supermärkten entfernt.

Vom Kreis Offenbach forderte Schüßler gestern die soziale Betreuung der Flüchtlinge ein. Die sei wichtig, damit die soziale Integration gelinge. Klar müsse auch sein, dass dieser die Kosten trage. Hoffmann drückte seine Hoffnung aus, dass ein Netzwerk zu Gunsten der Asylbewerber entstehe. Nötig sei eine Willkommenskultur.

Auch interessant

Kommentare