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A.S, Fanning glänzt bei Sonnenuntergang im Hafen 2 mit ihrem Mix aus irischer Folkmusik und 60er-Psychedelic.
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A.S. Fanning glänzt bei Sonnenuntergang im Hafen 2 mit ihrem Mix aus irischer Folkmusik und 60er-Psychedelic.

Offenbach

Festival in Offenbach: Von knarrzigen Gitarren bis zum singenden Ei

  • Stefan Simon
    VonStefan Simon
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An sechs Orten am Offenbacher Mainufer besticht das Riviera-Festival am Wochenende mit Livemusik, Kunstausstellungen und Performances.

Der Rahmen für ein Musikfestival könnte an diesem spätsommerlichen Abend im Hafen 2 nicht besser passen. Die Tische und Stühle sind fast voll besetzt, die Leute trinken entspannt ihre Getränke oder gönnen sich einen kleinen Snack.

Es ist angerichtet für den zweiten Tag des Riviera Festivals. Das Festival für Pop- und Clubkultur fand am Wochenende an sechs verschiedenen Kulturzentren am Mainufer statt. Livemusik, DJs, Kunstausstellungen und Performances durchmischten sich im Hafen 2, am Waggon am Kulturgleis, im temporären Sommerbau als Freiluft- und Logentheater am Kaiserlei, im Commons Cafe im Digital Retro Park in der Innenstadt sowie in den Parkside Studios am ehemaligen Gelände der Allessa Chemiefabik.

Der Samstagabend startet etwas verspätet mit dem niederländischen Trio Lewsberg. Sie erinnern mit ihrem kühlen Sound, der knarzigen Gitarre, dem stoischen Sprechgesang sowie den zynischen, schwarzhumorigen Texten durchaus an ikonischen Gruppen wie The Velvet Underground, Television und den Talking Heads. Allerdings passt das Ambiente nicht wirklich zusammen. Das Publikum sitzt wie eine Wand vor der Band, ab und unterhalten sich Leute recht laut am Nachbartisch, Kinder lachen, herumspringend auf einem Trampolin, und Hühner, ja, Hühner laufen zwischen den Stühlen und Tischen umher.

Nach dem sehr gelungen Auftakt von Lewsberg geht es weiter mit A.S. Fanning, einem Mix aus irischer Folkmusik und 60er-Psychedelic. Doch der Autor dieses Textes zieht weiter Richtung Hafengarten und blauem Kran. Auf dem Weg dorthin toben sich einige Sprayer an der Graffitiwand aus, im Hafengarten sitzen, der elektronischen Musik lauschend, ein paar Leute.

Vom blauen Kran aus im Hafenviertel soll das Shuttle-Boot Gaby abfahren. Nur ein Aufsteller, den man auch erst mal finden muss, deutet daraufhin, dass Gaby hier abfährt. Eine junge Frau, die auf dem Boden sitzt und für die Einlasskontrolle zuständig ist, erklärt, dass Gaby vor einigen Minuten weggefahren ist. „Das Boot fährt nur alle eineinhalb Stunde. Es lohnt sich aber zu warten“, sagt sie. Ob sie nicht ein wenig Langeweile hat, hier so alleine rumzusitzen? „Nö, ich kann ja in Ruhe mein Bier trinken“, sagt sie und lacht.

Es geht nun also zu Fuß und nicht mit Gaby weiter zum Waggon am Kulturgleis. Auf dem Weg am Mainufer entlang stehen schlafende Gänse, am Parkplatz daneben lehnen sich ein paar Halbstarke gegen ein Auto, währenddessen schippert Gaby vorbei. Was auf dem Weg vom Hafen 2 über den blauen Kran bis zum Waggon auffällig ist, dass sehr wenig daraufhin hindeutet, dass ein Musik- und Kulturfestival stattfindet. Weder sind Plakate, noch Hinweisschilder oder aus grüner Pappe aufgehängte Pfeile an Laternen oder sonst wo zu sehen.

Außerdem zahlen die Gäste nur für den Hafen 2, den Sommerbau und die Parkside Studios Eintritt. Für das ganze Wochenende werden fast 30 Euro fällig. Der Waggon dagegen ist kostenfrei. „16 Euro für ein Tagesticket sind echt üppig. Und wenn du dann noch im Hafen 2 für ein Bier vier Euro zahlst, wird das ein teurer Spaß. Aber das Publikum im Hafen 2 kann sich das ja auch leisten“, urteilt Lou. Im Hafen 2 waren Lou und ihr Begleiter Simon dann trotzdem, um sich Lewsberg anzuschauen. Am Abend zuvor war Simon bei Les Trucs in den Parkside Studios. Nun warten die beiden auf die One-Man-Show Idiot Egg.

Es ist nicht einfach, diesen bizarren Leipziger in seinem Ei-Kostüm treffend zu erklären. Auf der Webseite des Riviera Festivals steht: „Wer denkt, dass 40 Jahre nach der Erfindung des Genres Punk an der Endstation angekommen ist, hat die Rechnung ohne Egg Punk gemacht.“ Und weiter: „Das selbstbetitelte Album glänzt mit schrägen Ulk-Texten und einer Mischung aus Surf und Garage auf Mate-Überdosis.“ Sehr treffend.

Das Publikum feiert das Punk-Ei und die Befürchtung von Lou, dass ein Teil der Anwesenden gehen wird, wenn Idiot Egg auftritt, bestätigt sich nicht. Ganz im Gegenteil - es werden mehr. Die Leute lachen, applaudieren lautstark dem Ei und zum Ende hin tragen sie Idiot Egg auf den Händen.

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