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Werbeschilder oder Kleiderständer auf dem Gehweg sollen eingedämmt werden.

Offenbach

Dem Werbe-Wildwuchs Einhalt gebieten

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Mit einem Gestaltungshandbuch für die Nutzung öffentlicher Flächen soll die Offenbacher Innenstadt attraktiver werden

Dass es in Offenbach Fachgeschäfte für den guten Einkauf gibt, dürfte wohl nur bestreiten, wer noch nie einen Fuß in die Stadt gesetzt hat. Und doch, zum Ärger auch einiger Ladenbesitzer, dominiert so manches im Straßenbild, was gemeinhin nicht als hochwertig gilt. Werbeschilder als Stolperfalle auf dem Fußgängerweg, der Platz vor dem Geschäft als begehbarer Wühltisch: Solche Auswüchse soll es nach Willen der Stadt in einigen Jahren nicht mehr geben. 

Im Rahmen des bereits 2010 beschlossenen Handlungskonzepts „Aktive Innenstadt“ hat die Stadt ein Gestaltungshandbuch für die Nutzung öffentlicher Flächen erarbeitet. Im kommenden Jahr soll es den Stadtverordneten zur Abstimmung vorgelegt werden.

66 Seiten umfasst das Handbuch, an dem, wie Stadtrat Paul-Gerhard Weiß (FDP) betont, auch Handel und Gastronomie mitgearbeitet haben. „Es soll nicht alles durchreguliert werden, das würde auch meiner politischen Blutgruppe nicht entsprechen“, sagt Weiß, „aber als Stadt müssen wir einen gewissen Rahmen vorgeben, was erlaubt ist und was nicht.“ Erst kürzlich hat die Stadt neu geregelt, welche Werbeanlagen an Häusern installiert werden dürfen. Es gebe „nicht ganz wenige Fälle“, in denen die montierten Werbeanlagen gar nicht genehmigt seien, sagt Weiß. 

Nach den Hauswänden nimmt sich die Stadt nun die öffentlichen Plätze vor: So sollen etwa auffällige Werbebanner auf Sonnenschirmen oder auf dem Fußgängerweg aufgestellte Fahnen verschwinden. Gastronomie und Handel sollen sich hochwertig den Kunden präsentieren, wünscht die Stadt. Beispielsweise soll bei Bekleidungsgeschäften nur noch ein Kleiderständer vor dem Laden erlaubt sein. Und generell soll Warenpräsentation nur noch auf einem Raum bis zu einem Meter entfernt von der Hauswand gestattet werden. Das Gestaltungshandbuch zeigt mehrere Beispiele für künftig gestattete wie unerwünschte Präsentation und macht Vorschläge, welche Möblierung in welchen Materialien erwünscht ist.

Allerdings dürfte es noch einige Zeit dauern, bis sich das Straßenbild in der Innenstadt und dann auch in den Stadtteilen ändert. Denn die dafür notwendige Satzung muss erst noch beschlossen und dann geändert werden, bis die Neuregelung greift. Ein knappes Jahr könne das dauern, heißt es. Und selbst dann wären erst einmal nur Neueröffnungen von der Regelung betroffen. 

Alle bisher genehmigte Nutzung von öffentlichen Flächen unterliegt nämlich einem fünfjährigen Bestandsschutz. „Das war ein Kompromiss, den wir eingehen mussten“, sagt Weiß, immerhin hätten viele Geschäfte in die Außenmöblierung investiert. Weiß setzt aber darauf, dass einige Läden von sich aus schon früher auf eine höherwertige Präsentation setzen. Das Handbuch sei schließlich gemeinsam erarbeitet worden und allen Beteiligten sei bewusst, dass die Stadt sich attraktiver präsentieren müsse. 

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