Offenbach

Von wegen 18 Ämter!

  • Agnes Schönberger
    vonAgnes Schönberger
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Die Koalition wundert sich über Horst Schneiders Behauptung und widerspricht. Laut Verteilungsplan entfallen auf den OB nur neun Ämter.

Mit seiner Bemerkung, er trage Verantwortung für 18 Ämter, hat Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) für Erstaunen im Rathaus gesorgt. Zumindest bei den Koalitionären von CDU, Grünen, FDP und Freien Wählern. Die meldeten sich gestern nach der Lektüre des entsprechenden FR-Artikels und stellten klar, Schneider sei mitnichten für 18 Ämter zuständig, sondern nur für neun. Und das auch nur, wenn man das Frauenbüro mitzähle.

Geärgert haben sich die Bündnispartner auch über Schneiders Behauptung, er habe mehr Ämter als die anderen drei Dezernenten. Tatsächlich ist jedoch Bürgermeister Peter Schneider (Grüne) „Ämterkönig“, wie ein Blick auf den Dezernatsverteilungsplan vom 9. Dezember 2016 zeigt. Danach unterstehen dem Grünen-Stadtrat zehn Ämter. Allerdings ist darunter auch das Ausgleichsamt mit nur einem Beschäftigten, der unter anderem Bescheinigungen über den Vertriebenen- oder Spätaussiedlerstatus ausstellt.

Im Ranking abgeschlagen sind die Dezernenten Peter Freier (CDU) und Paul-Gerhard Weiß (FDP) mit jeweils vier Ämtern. Ebenso viele hat Ex-Kämmerer Felix Schwenke (SPD). Dabei ist er ehrenamtlicher Stadtrat und der einzige, dem OB Schneider so viele Aufgaben übertrug. Das war aber nicht böse gemeint, sondern eher als Chance für den SPD-Oberbürgermeisterkandidaten gedacht, dem die Zuständigkeit für Sport und Kultur, Feuerwehr und Museen viele Gelegenheiten für öffentliche Auftritte bietet.

Horst Schneider hatte auf FR-Anfrage Stellung genommen zu einem Antrag des Magistrats, der nicht länger hinnehmen will, dass der OB seit vergangenem Sommer zwei persönliche Referenten und nicht nur einen wie die anderen Dezernenten beschäftigt. Als noch SPD, Grüne und Freie Wähler regierten, teilten sich die Arbeit drei (heute vier) hauptamtliche Stadträte. Früher hatte Horst Schneider tatsächlich mehr Ämter. Aber 18 sollen es nie gewesen sein. Sagen die Koalitionäre.

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