Relief an der Friedrich-Ebert-Schule.
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Relief an der Friedrich-Ebert-Schule.

Marode Schulen

Schutz für Fuchs und Reh

Die Friedrich-Ebert-Schule in Waldheim wird schneller saniert als bislang geplant. Und auch an anderen Schulen sorgt das Konjunkturprogramm für Tempo. Von Jörg Muthorst

Von Jörg Muthorst

Hell, leicht und freundlich wirkt diese typische 50er-Jahre-Architektur, die auf Offenbachs ehemaligen Stadtbaurat Adolf Bayer zurückgeht. Die filigrane Konstruktion der Waldheimer Friedrich-Ebert-Schule und ihrer Sporthalle aus Sichtmauerwerk, Stahl und großen Glasflächen steht zwar nicht unter Denkmalschutz, gilt der Stadt aber dennoch als schützenswert.

Offenbachs einzige echte Ganztagsschule, die von 200 Grundschülern teils schon mit fünf Jahren besucht wird, steht zwar erst 2013 für eine Komplettsanierung an. Doch die Prioritätenliste des Schulbausanierungsprogramms sei kein Dogma, sagt Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP). Bei besonderer Dringlichkeit würden Projekte vorgezogen. Die Halle und ihr Wandbild im Eingangsbereich, "Fuchs und Reh im Wiesengrund", das dem 1974 verstorbenen Offenbacher Künstler Hans Gutgesell zugeschrieben wird, gehört dazu. Im Zuge eines 4,5 Millionen Euro schweren, laut Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) auch dem Klimaschutz dienenden Sanierungspakets, wird die Halle von Ende Mai bis Ende Oktober für 1,8 Millionen Euro energetisch saniert, und auch das schadhafte Dach des hinteren Unterrichtsgebäudes abgedichtet.

Die Halle wird aus optischen Gründen innen und nicht außen gedämmt, erhält eine neue Aluminium-Glas-Konstruktion, eine sensorgesteuerte Fensterlüftung, eine zusätzliche Deckenstrahlheizung und neue Sanitäranlagen mit einem dann auch zweigeteilten Duschbereich. Fuchs und Reh erhalten eine Infotafel, werden aufgearbeitet und kommen hinter Plexiglas, um das Relief mit seinen metallverstärkten Konturen vor allzu forschen Klettermaxen zu schützen.

Handlungsbedarf besteht wegen sogenannter Setzungsschäden auch an der Bachschule. Auch hier, sagt Astrid Reese vom städtischen Bauamt, müssen die 440 Haupt- und Realschüler zum Turnen nach draußen ausweichen, wenn von März bis Oktober, im Wesentlichen jedoch in den Sommerferien, ihre Sporthalle für 1,87 Millionen Euro saniert wird. Konjunkturfördermittel machen es möglich, die ursprünglich erst für 2015 geplanten Arbeiten vorzuziehen. Die Halle bekommt eine gedämmte, farblich an das Hauptgebäude angepasste Außenhülle und neue Technik mit Fußbodenheizung.

Rettungswege für Behinderte

Aufgrund des Brandschutzes gibt es auch für die Fröbelschule Handlungsbedarf. Die von 100 Kindern besuchte Schule für praktisch Bildbare steht für 2014 zur Sanierung an, erhält aber schon während der Sommerferien für 900000 Euro eine neue Fassade mit niedrigeren Fensterbrüstungen, einen neuen Rettungsweg und einen als "Rettungszelle" umgebauten Klassenraum.

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