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Kritisiert unter anderem die sehr muffige Luft in der Schulmensa: die Leiterin der Offenbacher Goetheschule, Gabriele Schranz.

Schulen in Offenbach

Personalmangel bremst Schul-Sanierungen

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Die Goetheschule in Offenbach muss seit Langem auf Umbauarbeiten warten. Sie ist nicht die einzige. Die Stadt muss nicht nur einige Schulen sanieren, sie muss auch neue bauen. Doch ihr fehlt dazu Personal.

„Vorübergehend gesperrt“, steht auf einem Papier, das an der Tür zur Gymnastikhalle der Goetheschule im Offenbacher Nordend hängt. „Vorübergehend“ – das seien mittlerweile über anderthalb Jahre, erzählt Schulleiterin Gabriele Schranz. So lange sei es her, dass die Bauaufsicht den Raum wegen des fehlenden zweiten Fluchtweges plötzlich gesperrt habe. Die Vorklasse und die Kinder einer benachbarten Kita, die die Halle bis dahin genutzt hatten, müssen seitdem ohne den kleinen geschützten Bewegungsraum auskommen.

Es ist ein Ort von vielen an der Goetheschule, wo laut Gabriele Schranz und ihrer Stellvertreterin Ursula Altwicker Handlungsbedarf besteht: Sie erzählen von schlechter Akustik und von Schallmessungen, die ohne Folgen blieben – sowie von schlechten Belüftungsmöglichkeiten, was in heißen Sommern belastend sei. Und dann ist da noch der modrige, fast schimmelartige Geruch in der Schulmensa, die im Keller untergebracht ist – niedrige Decken und vergitterte Fenster inklusive. Vor allem bemängelt Schranz aber die Informationspolitik der Verwaltung: Es gebe viele verschiedene Ansprechpartner, und oft bleibe im Unklaren, an welchem Punkt ein Verfahren eigentlich sei. „Ich bin auch der Schulgemeinde gegenüber auskunftspflichtig und kann nichts sagen“, beklagt Schranz. Eltern der Goetheschule haben deshalb eine eigene AG zum Thema Sanierung gegründet, erzählt sie. Sogar eine Demo sei angedacht.

Neues hat Schranz nun bei der Versammlung der Stadtverordneten Anfang des Monats erfahren: Planungsdezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP) hatte in seiner Antwort an die SPD-Fraktion, die die Gymnastikhalle zum Thema gemacht hatte, konkrete Informationen parat: Man wolle für 120 000 Euro eine Außentreppe für den zweiten Fluchtweg errichten. „Wenn wir Glück haben, können wir das in den Osterferien realisieren“, sagte Weiß. Die Stadtverordnete Heike Habermann (SPD) entgegnete, sie habe den Eindruck, dass man „den Magistrat zum Jagen tragen“ müsse.

Nur ein Mitarbeiter für Schulen zuständig

Wie viele Städte in der Region hat auch Offenbach Mühe damit, beim Ausbau der Schulen Schritt zu halten mit dem Bevölkerungswachstum. Man müsse nicht nur viel sanieren, sondern auch neue Schulen bauen, gibt Weiß zu bedenken. „Alles auf einmal“ zu machen sei nicht möglich. Als Hauptgrund führt er Personalmangel ins Feld: So sei ein einziger Mitarbeiter im Hochbauamt für Umbauarbeiten an den Offenbacher Schulen zuständig. Im Stellenplan ist zwar eine weitere Stelle vorgesehen – doch heiße das nicht, dass diese auch zügig besetzt werde. „Wir haben Ausschreibungen, auf die haben wir keine einzige Bewerbung“, sagt Weiß: „Die Lage ist sehr ernst.“

Entspannter reagiert der Dezernent auf Fragen zu den Grundschulkapazitäten in den stark wachsenden Stadtteilen Nordend, Bieber und in der Innenstadt. So stimme es zwar, dass für das neue Schuljahr in der erst 2017 eröffneten Hafenschule mehr Anmeldungen vorliegen, als Plätze vorhanden seien – doch könne man aus der vierzügigen Schule eine fünfzügige machen. „Wir haben da einen gewissen Puffer“, so Weiß. Alternativ sei noch Platz in der Goetheschule.

In Bieber ist geplant, am Friedhof eine Container-Grundschule zu errichten, die ab nächstem Schuljahr betrieben werden soll – so lange, bis der Neubau im Entwicklungsgebiet Bieber-Nord fertig ist. Auch am Rand der Innenstadt wird neu gebaut, um Platz für Grundschüler zu schaffen. Auf dem Areal der Bachschule werden zwei 1913 errichtete Torhäuschen abgerissen. Die Kita, in einem der Häuschen untergebracht, soll einen Neubau erhalten.

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