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Gute Stimmung an der Stadtgrenze: Paul-Gerhard Weiß (FDP), Felix Schwenke (SPD) und Uwe Becker (CDU) (v. l.) geben die Straße frei.

Verkehr in Offenbach

Neue Straße am Kaiserlei eröffnet

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Am Kaiserlei-Kreisel zwischen Offenbach und Frankfurt wird mit der Kaiserleipromenade eine neue Straße eröffnet. Wegen des Kreisel-Umbaus wird erneut die Verkehrsführung geändert.

Dieser Mittwoch ist ein passender Tag, um eine Straße zu eröffnen – sind doch wegen der Sperrung des S-Bahn-Tunnels und der Streiks im Nahverkehr an diesem Tag in der Region besonders viele Leute mit dem Auto unterwegs. So auch am Kaiserlei, wo der Verkehr seit gestern in ungewohnten Bahnen verläuft: Autos und Lastern steht dort mit der Kaiserleipromenade eine nagelneue Straße zur Verfügung – von der Gerbermühlstraße führt sie in einem Bogen entlang der Stadtgrenze von Frankfurt und Offenbach bis zur Berliner Straße, in die sie mündet.

Nach dem Ende des Kaiserlei-Umbaus, der die Kapazitäten des Verkehrsknotens deutlich erhöhen und Platz für neue Gewerbeflächen schaffen soll, wird die „Promenade“ zur Hauptverbindungsstraße zwischen Frankfurt und Offenbach südlich des Mains – während die Strahlenbergerstraße künftig vor allem der Anbindung an die Autobahn dienen soll. Verkehrsplaner sagen dem Kaiserlei einen Zuwachs von derzeit rund 69 000 Fahrzeugen pro Tag auf bis zu 94 000 in einigen Jahren voraus. Die neue Straße soll einen Teil davon auffangen.

„Offenbach und Frankfurt rücken ein Stückchen näher zusammen“, sagt Offenbachs Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD), bevor er mit Frankfurts Kämmerer Uwe Becker (CDU) auf dem Beifahrersitz am Mittwoch als Erster die neue Straße befährt – mit einem Elektroauto. Becker hatte zuvor die „gemeinsame Zukunft“ der beiden Städte betont – vielleicht eine Anspielung an die Multifunktionsarena, die eines Tages an der Kaiserleipromenade stehen soll. „Es scheint alles reibungslos zu laufen“, lobte Becker zudem die Nachbarstadt: Frankfurt beteiligt sich zwar an den Kosten des Umbaus – die Planung liegt aber in den Händen des Offenbacher Amts für Verkehrsmanagement.

Dort ist man guter Dinge, dass es auch in den nächsten Bauphasen nicht zu größeren Staus rund um den Kaiserlei-Knotenpunkt kommt – bisher verläuft der Umbau trotz ständig wechselnder Verkehrsführungen eher reibungslos. „Einige sagen, sie kommen besser durch als vorher“, sagt Offenbachs Planungsdezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP). Die Zahl der Unfälle hat mit Beginn der Bauarbeiten vor rund einem Jahr aber zugenommen.

In den nächsten Monaten ist die Kaiserleipromenade nur in Richtung Offenbach befahrbar – der Verkehr nach Frankfurt fließt über die Strahlenbergerstraße, die ab April Stück für Stück grunderneuert wird. Danach sind die Straßen in beide Richtungen befahrbar. Komplett fertig ist die Kaiserleipromenade sowieso noch nicht: Der von vierzig Silberlinden flankierte Geh- und Radweg endet noch im Nichts, da der Anschluss an die Gerbermühlstraße samt Ampeln erst noch gebaut werden muss – zunächst fließt der Verkehr hier über ein provisorisches Stück Asphalt. Unfertig bleiben wird auf absehbare Zeit die Frankfurter Seite der Straße: Statt eines Fuß- und Radwegs mit Bäumen gibt es hier nur Acker.

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