Das neue Stadtteilbüro Nordend ist in der Bernardstraße 63. Die Räume wurden von der Stadtwerke Offenbach Holding (SOH) für 120.000 Euro gekauft und für 30.000 Euro renoviert. Nach den Räumen am Mathildenplatz ist es das zweite Stadtteilbüro.
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Das neue Stadtteilbüro Nordend ist in der Bernardstraße 63. Die Räume wurden von der Stadtwerke Offenbach Holding (SOH) für 120.000 Euro gekauft und für 30.000 Euro renoviert. Nach den Räumen am Mathildenplatz ist es das zweite Stadtteilbüro.

Stadtteilbüro Nordend

Neue Anlaufstelle für Bürgerwünsche

  • Sigrid Aldehoff
    vonSigrid Aldehoff
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Viele Stunden haben Jugendliche aus der Nachbarschaft dabei geholfen, einen Treffpunkt im Nordend herzurichten. Das Café betreibt der gemeinnützige Bildungsträger Starthaus.

Hohe Bevölkerungsdichte mit vielen Kindern und Jugendlichen, dabei wenig öffentliche Plätze, die zum Verweilen einladen, kaum Cafés - das Nordend, einer der laut Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) "wichtigsten Stadtteile von Offenbach", hatte es schwer, in Sachen Lebensqualität zu punkten.

Jetzt hat sich die von den Stadtwerken gegründete Initiative "Besser leben in Offenbach" des Viertels angenommen. Seit Frühjahr 2009 wurde das Nordend zunächst optisch aufgewertet, die Bürger wurden nach ihren Wünschen gefragt und in das Projekt eingebunden. Als Anlaufstelle dient jetzt das neue Stadtteilbüro Nordend.

Hier soll laut Schneider auch weiterhin "bürgerschaftliches Engagement Qualität in den Stadtteil bringen". Dazu gehören nicht nur Angebote wie Kurse und Beratungen. Im Nordend wurden Paten gewonnen, sagte Stadtrat Paul-Gerhard Weiß (FDP), die sich bestimmter öffentlicher Flächen annehmen. Außerdem schauen zwei so genannte "Rundgänger" im Viertel nach dem Rechten. Im Stadtteilbüro haben sie ihren Stützpunkt.

Das Café, drei Räume mit Küche und Toiletten, betreibt der gemeinnützige Bildungsträger Starthaus in der Bernardstraße. Bei der Renovierung wurden Anwohner und Jugendliche einbezogen, die auch Gestaltungsvorschläge machen konnten.

Sabine Süßmann, Projektleiterin von "Besser leben in Offenbach", koordinierte die Arbeiten. Es entstanden drei unterschiedlich gestaltete Zimmer, die zum multikulturellen Stadtteil passen sollen: ein typisch deutsches Zimmer, das aus einer Wohnungsauflösung stammt und mit Messinglampen, Eichenvitrinen und Hirschaufklebern besticht, ein mediterraner Raum und ein orientalisch gestaltetes Zimmer mit vielen Farben, viel Gold und Ornamenten.

Im Nordend sei ein Platz notwendig, an dem die Leute zusammenkommen, sagte Bürgermeisterin Birgit Simon (Grüne), selbst Bewohnerin des Viertels, bei der Übergabe der Räume. Es sei erfreulich, wie viele Anwohner und vor allem Jugendliche sich an der Renovierung beteiligt hätten.

Zwei davon waren der 14-jährige Mahmut Yikit und der ein Jahr jüngere Moussa Haddoude. Viele Stunden, manchmal Tage, haben die beiden vor allem während der Ferien hier verbracht und den orientalischen Raum mit gestaltet.

"Wir gehen hier ins Jugendzentrum, und unsere Betreuer haben uns von der Renovierungsaktion erzählt", sagt Mahmut. Vor allem am großen Spiegel, der als prägendes Element wie ein glitzernder orientalischer Palast eine Wand schmückt, haben die beiden gearbeitet, aber auch Mosaiksteine auf die Wände aufgebracht.

"26 Jugendliche haben hier hervorragende Arbeit geleistet", lobte Projektleiterin Sabine Süßmann, viele Ideen wurden vom Runden Tisch Nordend, bestehend aus Institutionen und interessierten Bürgern des Stadtteils, eingebracht.

Nächstes Ziel der Initiative "Besser leben in Offenbach" ist Lauterborn, kündigte SOH-Geschäftsführer Peter Walther an. Hier soll laut SOH-Sprecherin Regina Preis von Frühjahr an mit den Bewohnern festgestellt werden, welcher Bedarf zur Verbesserung der Lebensqualität besteht.

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