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Die Mevlana Moschee in Offenbach.

Offenbach

Moschee-Neubau für 600 Gläubige

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Die islamische Mevlana-Gemeinde will altes Gebetshaus in der Innenstadt ersetzen. Eine Bauvoranfrage liegt vor, jüngst wurden die Nachbarn informiert.

Die islamische Mevlana-Gemeinde plant in der Offenbacher Innenstadt einen Moschee-Neubau für 600 Besucher. Laut Bauvoranfrage ist auch ein Minarett vorgesehen. Das Gebetshaus soll bis zu 4,5 Millionen Euro kosten und das in einer ehemaligen Werkstatt untergebrachte Gebetshaus ersetzen. Die Mevlana-Moschee ist eine der älteren in Offenbach. 1984 als kleiner Gebetsraum gegründet, erfolgte 1996 der Umzug in größere Räumlichkeiten an der Sandgasse, die 500 Gläubigen Platz bieten. Das Gelände gehört der Vereinigung. Die Mevlana-Gemeinde ist nach eigenen Angaben Mitglied der „Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs“ (IGMG), die seit langem vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

Eine Bauvoranfrage für das Projekt liege seit 2016 vor, sagte Jürgen Weil, Referent von Baudezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP) auf Anfrage. Seitdem habe es zahlreiche Umplanungen gegeben. Planungsrechtlich sei der Moschee-Neubau in Ordnung, allerdings gebe es wegen der Abstandsflächen Bedenken. Das liege vor allem am Parkplatz auf dem Areal, der einen anderen Besitzer habe.

Die Mevlana-Gemeinde hat ihr Bauvorhaben jüngst ihren Nachbarn vorgestellt. Wie die „Offenbach-Post“ berichtete, sollen die Reaktionen auf die Pläne positiv gewesen sein. Vorstandsmitglied Omar Akjus soll erklärt haben, die Moschee werde eine Kuppel, aber kein Minarett haben. Eine FR-Anfrage per E-Mail und Telefon an verschiedene Gemeindevertreter blieb unbeantwortet.

Integrationsdezernent Peter Schneider (Grüne) sagte, er begrüße den geplanten Neubau. Es sei ein „ganz normaler Vorgang“, dass eine Gemeinde so ein Gotteshaus errichten wolle. Und: Die Mevlana-Gemeinde sei ein integraler Bestandteil der Offenbacher Stadtgesellschaft. Sie hat nach eigenen Angaben etwa 300 Mitglieder. Eine Internetsuche ergab Hinweise auf zehn Moscheen in Offenbach.

Die Zahl der Muslime in Hessens fünftgrößter Stadt wird in Presseberichten auf etwa 14 000 geschätzt. Fast die Hälfte von ihnen kommt aus der Türkei, die andern verteilen sich auf mehr als zwei Dutzend Nationen.

Dem städtischen Integrationsbeauftragten Luigi Masala ist nichts Negatives über Mevlana bekannt. „Die machen normale Arbeit und beteiligen sich aktiv am ‚Runden Tisch Islam‘“. Unter anderem bietet die Vereinigung Nachhilfeunterricht für Schüler, Deutschkurse für Kinder und Eltern, Fußballturniere und Kulturveranstaltungen für Frauen an. Rund um die Moschee befinden sich neben einem Jugendtreff eine eigene Gaststätte, ein eigener Supermarkt und ein Frisör.

Masala berichtete, dass es in der Vergangenheit nach den Freitagsgebeten oder nach Veranstaltungen Beschwerden wegen Lärm und blockierter Parkplätze gegeben habe. Die Stadt habe deshalb einen Runden Tisch eingerichtet.

CDU-Stadtverordneter Dominik Mangelmann sieht bei 600 Moschee-Besuchern ein Verkehrsproblem auf die Stadt zukommen. Denn die Gasse sei eng und eine Einbahnstraße. Zudem würde sich durch den Neubau am alten Standort nichts an der Hinterhofatmosphäre ändern. Er schlägt einen Grundstückstausch vor, der der Stadt die Chance böte, das frühere Altstadtviertel neu zu ordnen.

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