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Wahlplakate der AfD. (Archiv)

Offenbach

Nur AfD klagt über Plakatdiebe

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Anzeigen und Ausschlussverfahren: Die Ermittlungen gegen die AfD-Fraktionsvorsitzende Christin Thüne wegen Unterschlagung von Fraktionsgeld und gegen Unbekannt wegen Plakatdiebstahl dauern an.

Unterschlagung von Fraktionsgeld hatte der frühere AfD-Stadtverordnete Frank Gercke (inzwischen fraktionslos) der Offenbacher AfD-Fraktionsvorsitzenden und Kreissprecherin Christin Thüne unter anderem vorgeworfen und Anzeige erstattet. Wie Thüne gestern auf FR-Anfrage mitteilte, hat eine Prüfung des städtischen Revisionsamtes ergeben, dass die Fraktionsgelder der AfD ordnungsgemäß verwendet wurden. Der städtische Pressesprecher Fabian El Cheikh bestätigte diese Darstellung. Nach seinen Worten war wegen der Vorwürfe eine Einzelfallprüfung veranlasst worden.

Auch wenn der Verdacht der missbräuchlichen Verwendung parteiinternen Geldes möglicherweise vom Tisch ist, ermittelt die Staatsanwaltschaft in dieser Sache noch gegen Thüne. Und nicht nur wegen dieses Delikts, sondern auch wegen Verleumdung und übler Nachrede. Gercke hatte sie angezeigt, weil Thüne ihn wegen angeblichen Drogenmissbrauchs bei seinem Arbeitgeber angeschwärzt hatte. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen, sagte Robert Hartmann, Sprecher der Staatsanwaltschaft Darmstadt.

Gercke hatte Thüne auch vorgeworfen, muslimfeindliche Bildern samt Adolf-Hitler-Konterfei in einer internen WhatsApp-Gruppe zu verschicken – sie hat ihn deswegen wegen Rufschädigung und Verleumdung angezeigt. 

Gegen Thüne, die einst Mitglied der Grünen und der FDP war, bevor sie 2014 in die AfD eintrat, läuft derzeit auch ein Parteiausschlussverfahren. Worum es dabei geht, ist unklar. AfD-Landessprecher Robert Lambrou sagte, man gebe zu parteiinternen Verfahren keine Auskunft.

Die Offenbacher AfD ist aber nicht nur durch internen Zwist aufgefallen, sondern auch durch Anzeigen etwa gegen Unbekannte, die im zurückliegenden Wahlkampf 350 Plakate gestohlen haben sollen.

Die ausgelobte Belohnung in Höhe von 500 Euro hat Thüne zufolge Hinweise auf die Plakatdiebe erbracht, die man der Polizei zugeleitet habe, „um diese bei der Ermittlung der Täter zu unterstützen“. Ebenfalls angezeigt wurden drei Frauen, die einen Tag vor der Landtagswahl einen AfD-Infostand mit Kaffee übergossen haben sollen. Die Polizei ermittelt noch.

Nach FR-Informationen ist die AfD nicht die einzige Partei, die über Vandalismus und Plakatdiebstähle klagen könnte. CDU-Stadtrat Peter Freier sagte, Plakate von CDU und FDP seien in ganzen Straßenzügen entwendet worden. Die SPD-Fraktionsgeschäftsführerin und Landtagskandidatin Nadine Gersberg meinte, im zurückliegenden Wahlkampf seien immer wieder Plakate abgeräumt worden. Sie nahm’s gelassen. „Das sind wir doch seit vielen Wahlkämpfen gewohnt.“ 

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