Offenbach

Kita-Streit geht weiter

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SPD sieht Kindeswohl bedroht. FDP verteidigt flexible Öffnungszeiten.

Der Streit um längere Kita-Öffnungszeiten in Offenbach geht weiter, obwohl das Stadtparlament diese bereits beschlossen hat. Die SPD kritisiert die erweiterten Betreuungszeiten, denn diese seien nicht im Sinne des Kindeswohls, wenn Mädchen und Buben in aller Frühe aus dem Schlaf gerissen würden.

Die Stadtverordneten hatten in ihrer jüngsten Sitzung beschlossen, dass die beiden künftigen Tagesstätten am Hafen und auf dem ehemaligen Manroland-Gelände von 6 bis 22 Uhr öffnen sollen.

Die SPD betont in einer Mitteilung, sie sei nicht gegen flexible Betreuungszeiten, die es auch Alleinerziehenden mit Schichtarbeit ermöglichten, ihrem Beruf nachzugehen.

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Gertrud Marx fordert, zum Modell „Potzblitz“ zurückzukehren, bei dem Kinder frühmorgens und spätabends zu Hause betreut wurden.

Sie verweist zudem auf einen Bericht des Magistrats, der fachliche Bedenken gegen die erweiterten Betreuungszeiten bei gleichzeitigem Personalmangel gehegt habe. Diese fachlichen Bedenken seien der Koalition, die den entsprechenden Antrag gestellt hatte, aber anscheinend egal.

Die FDP verteidigt die flexiblen Öffnungszeiten, da diese den Erfordernissen der modernen Arbeitswelt entsprächen. Als Scheinvorschlag bezeichnet Fraktionschefin Vera Langer die SPD-Forderung, Unternehmen sollten Kita-Plätze für ihre länger arbeitenden Mitarbeiter zur Verfügung stellen.

Dies sei zwar wünschenswert, aber für kleine oder mittelständische Unternehmen kaum durchzuführen, schreibt Langer. Eine Betreuung zu Hause hält sie ebenfalls für kaum realistisch.

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