Die Stadt Offenbach hält eine Gesundheiststudie zum Fluglärm für den Raum Frankfurt für geboten. Das Land habe sich bei der Ausbaugenehmigung auf veraltetes Datenmaterial des Fluglärmgesetzes gestützt, sagt der Berliner Ingenieur und Experte für Lärmphysik und Lärmmedizin, Christian Maschke, der die Stadt Offenbach berät.
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Die Stadt Offenbach hält eine Gesundheiststudie zum Fluglärm für den Raum Frankfurt für geboten. Das Land habe sich bei der Ausbaugenehmigung auf veraltetes Datenmaterial des Fluglärmgesetzes gestützt, sagt der Berliner Ingenieur und Experte für Lärmphysik und Lärmmedizin, Christian Maschke, der die Stadt Offenbach berät.

Flughafenausbau

Grüne fordern Gesundheitsstudie

Die in der Einflugschneise des Flughafens liegenden Städte könnten eine lärmmedizinische Studie auch selbst bezahlen - das Land ist dazu nicht bereit. Die Kosten dafür sind allerdings saftig. Von Jörg Muthorst

Von Jörg Muthorst

Wenn sich das Land weigere, eine Gesundheitsstudie für den Rhein-Main-Flughafen zu finanzieren, müssten diese Aufgabe eben die Kommunen in die Hand nehmen. Das schlagen Fraktionschef Peter Schneider und Fraktionsgeschäftsführer Edmund Flößer von den Offenbacher Grünen vor.

Eine solche Studie sei zum Gesundheitsschutz der Bürger unverzichtbar. Wirtschafts- und Verkehrsminister Dieter Posch (FDP) werfen die Offenbacher Grünen Ignoranz gegenüber den Sorgen und Nöten betroffener Bürger wie auch gegenüber neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen wie der von Eberhard Greiser verfassten lärmmedizinischen Studie über den Flughafen Köln-Bonn vor.

Auch die Stadt Offenbach hält eine solche Untersuchung für den Raum Frankfurt für geboten. Das Land habe sich bei der Ausbaugenehmigung auf veraltetes Datenmaterial des Fluglärmgesetzes gestützt, sagt der Berliner Ingenieur und Experte für Lärmphysik und Lärmmedizin, Christian Maschke, der die Stadt Offenbach berät.

Maschke bedauert, dass neuere Untersuchungen, die ein erhöhtes Gesundheitsrisiko schon ab einer Außenmessung von 45 Dezibel nicht ausschließen, zurzeit noch keinen Bestand vor Gericht hätten. Umso wichtiger sei es, der für 2017 anstehenden Nachbesserung des Bundesgesetzes eine flächendeckende Studie für den Rhein-Main-Flughafen zugrundezulegen. Für eine solche etwa 800.000 Euro teuere Untersuchung veranschlagt der Lärmphysiker vier bis fünf Jahre.

Posch sagte inzwischen zu, falls es aufgrund des laufenden Gerichtsverfahrens zu einer Ergänzung der Ausbaugenehmigung kommen sollte, würde der aktuelle Stand der Lärmmedizin berücksichtigt, auch das bis dahin wissenschaftlich überprüfte Gutachten Greisers.

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