Offenbach

Gegensätzliche Sicht auf Multifunktionshalle

  • schließen

Die geplante Multifunktionshalle am Kaiserlei sorgt weiter für Streit. Die SPD sieht in der Absage der neuen Koalition einen Rückschritt, die IHK bevorzugt am Standort Gewerbe.

Die Offenbacher SPD verfolgt mit Sorge die Haltung der neuen Koalition aus CDU, Grünen, FDP und FW gegenüber der von Frankfurt geplanten Multifunktionshalle im Kaiserlei. Im Koalitionsvertrag wird dem Bau auf Offenbacher Gemarkung eine Absage erteilt. Da dem Projekt bereits eine Vereinbarung zwischen beiden Städten zugrunde liege, werde damit der gute Ruf Offenbachs als verbindlicher Partner gefährdet, befürchtet SPD-Fraktionsvorsitzender Andreas Schneider.

Offenbach könnte von einer Multifunktionshalle auf eigenem Grund profitieren, da dadurch „Gewerbesteuereinnahmen in die klamme Stadtkasse fließen“. Er äußert sich verwundert, „dass die FDP als Teil des Vier-Parteien-Bündnisses den investorenfeindlichen Blockadekurs der CDU und der Grünen unterstützt“, schreibt Schneider in einer Mitteilung. Er erinnert daran, dass Offenbach durch einen im Jahr 2012 geschlossenen Letter of Intend zur Kaiserleientwicklung auch vertraglich in der Verantwortung stehe. Bei Missachtung könnten erhebliche Kosten auf die Stadt zukommen, eventuell durch den Ersatz der bisherigen Planungskosten der Stadt Frankfurt. Eine Absage wäre auch ein herber Rückschritt in der Kooperation mit der Nachbarstadt.

Unterstützung für die Haltung der Koalition kommt dagegen von der IHK Offenbach. Sie spricht sich dagegen aus, eine solche Halle auf diesem „hochwertigen Gewerbestandort“ zu bauen. Dieser sollte lieber von beiden Städten gemeinsam entwickelt werden, meint IHK-Präsident Alfred Clouth.

Hohe Wertschöpfung

„Der Kaiserlei ist durch den Autobahnanschluss und die Nähe zur Europäischen Zentralbank einer der Premium-Gewerbestandorte in der Region.“ Deshalb sollten beide Städte Interesse an einer hochwertigen Nutzung des Areals mit einer hohen Wertschöpfung haben. Im Vergleich zur Büronutzung könnten durch eine solche Halle rund 200 weniger Arbeitsplätze entstehen. Dadurch werde auch die Aussicht auf Gewerbesteuereinnahmen geringer.

Die Entwicklung des Kaiserleigebietes müsse im Kontext des Masterplans Stadtentwicklung Offenbach gesehen werden, der die gewerblichen Entwicklungspotenziale der Stadt aufzeige. Dieser sehe eine „Neuprofilierung des Kaiserleis vor: weg von Großgebäuden hin zu kleinteiligen Strukturen“. Grundlage sei aber der zügige Umbau des Kreisels zu einem leistungsfähigeren Verkehrsknoten.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare