Lars Kissner will gerne weiter direkt von den Spielen der Offenbacher Kickers berichten können - doch dafür braucht das Fanradio zahlende Unterstützer.
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Lars Kissner will gerne weiter direkt von den Spielen der Offenbacher Kickers berichten können - doch dafür braucht das Fanradio zahlende Unterstützer.

Offenbacher Kickers

Fanradio braucht Geld

  • Wiebke Rannenberg
    vonWiebke Rannenberg
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3,33 Euro im Monat - dass den Kickers-Fans die Radio-Übertragung im Internet so viel wert sein wird, hoffen die elf Macher rund um Lars Kissner. Ein Bezahl-Radio wollen sie aber nicht.

Weder neutrale Radioreporter noch vereinsgebundene Pressesprecher wollen sie sein. Sie sind Kickers-Fans, mit allen Emotionen und Meinungen, die dazu gehören. Und als solche wollen sie das Fanradio im Internet auch im fünften Jahr weiter betreiben, betonen die elf Macher rund um Initiator Lars Kissner.

Doch das sei aus reinen Privatmitteln nicht mehr länger möglich, betont Kissner. Deshalb hat das OFC-Fanradio-Team vor einer Woche einen Hilfsaufruf gestartet: Wer will, dass weiterhin alle Heim- und Auswärtsspiele, Pressekonferenzen und Spielerinterviews live im Internet übertragen werden können, soll 3,33 Euro pro Monat zahlen, also 40 Euro im Jahr. Dabei gehe es nicht nach dem Bezahlradio-Motto, nur wer zahlt, darf hören, betont Kissner. Es gehe gerade darum, das Angebot für alle Fans offen zu halten.

Doch dafür müssen sich 300 Fußballbegeisterte finden, die 12.000 Euro zusammenbringen. Das wären zehn Prozent der Hörer, denn laut Kissner lauschen inzwischen rund 3000 Fans live den ehrenamtlichen Kommentatoren, bei Spitzenpartien wie jüngst dem Hessenpokal sogar 4500. Und weitere 1500 nutzen später den Podcast. 80 Fans haben sich innerhalb einer Woche bereits gefunden, die Vorbereitungsphase und zehn Spieltage "sind gesichert".

Zwei der teuren Rechner wurden bei Einbrüchen gestohlen

Das Geld werde benötigt für Rechner, Mikros, Kabel, Internetverbindungen, Benzinkosten für rund 12.000 Kilometer und vieles mehr, erklärte Kissner am Samstag im Radiogespräch mit dem ehemaligen Macher der Fanzeitschrift Erwin, Volker Goll. Allein ein Techniksatz koste bis 4000 Euro. Davon würden jeweils zwei gebraucht, um auch den Empfang überprüfen zu können. In der vergangenen Saison seien zwei Rechner bei Einbrüchen gestohlen worden.

Ein weiterer sei trotz eines Dachs darüber im strömenden Regen beim OFC-Trainingslager in der Türkei abgesoffen.

Mit zahlreichen Sendungen hat sich das von Kissner im Jahr 2006 gegründete Fanradio einen wohl bundesweit einzigartigen Standard erarbeitet. Und der soll erhalten bleiben. Ebenso wie die Unabhängigkeit. Er wolle weiter wie jüngst gegen Wuppertal die Spieler als "Prinzessinnen" bezeichnen können, wenn diese nur herumständen, sagte Kissner. Das wäre kaum möglich, wenn das Radio vom Verein selbst betrieben würde. Auch Werbung will das Radio-Team aus dem Programm heraushalten. Seit einigen Monaten gibt es aber Werbebanner auf der Internetseite - darunter von Kissners Firma Akissko, die weltweit Audio- und Videoübetragungen zum Beispiel von Konferenzen an Firmen verkauft.

Akissko ist auch offizieller Betreiber des Fanradios. Mit dem Radio-Engagement mache er aber keinen Gewinn, sagt Kissner. Wie die anderen Teammitglieder auch arbeite er als Fan ehrenamtlich.

www.fanradio-ofc.de

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