Offenbach

Noch mehr Kinder sollen teilhaben

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Das Jobcenter Mainarbeit in Offenbach startet eine neue Informationskampagne für das Bildungspaket, damit noch mehr arme Familien von Zuschüssen profitieren.

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die das Offenbacher Jobcenter Mainarbeit mit den Angeboten zu Bildung und Teilhabe erreicht, ist mit rund 75 Prozent fast doppelt so hoch wie in Frankfurt. „Da sind wir besser als unsere Nachbarn“, verkündete Sabine Groß (Grüne), Dezernentin für Kinder und Jugendliche sowie Soziales, gestern ein wenig stolz bei der Vorstellung einer neuen Informationskampagne, die helfen soll, dass noch mehr bedürftige Familien die Leistungen aus dem Bildungspaket in Anspruch nehmen.

Um einkommensschwache Familien über die Zuschüsse für Schulausflüge, Nachhilfeunterricht und Mittagessen bis hin zu Mitgliedsbeiträgen für Sportvereine oder Kosten für den Musikunterricht aufzuklären, wurden neue Informationsmaterialien in verständlicher Sprache gedruckt. Außerdem wurde das Internetangebot erneuert. Unter www.mainarbeit-offenbach.de stehen Erläuterungen neben Deutsch in zehn weiteren Sprachen zur Verfügung. Erstmals weist die Mainarbeit auf Facebook, Instagramm und Twitter auf die Leistungen hin.

„Unser Ziel ist es, dass jeder, der auf staatliche Leistungen angewiesen ist, die bestehenden Angebote kennt und diese auch nutzt“, sagte Groß. Rund 2,1 Millionen Euro stehen für diese Aufgabe im Haushalt. Dieses Geld werde reichen, meinte Matthias Schulze-Böing, Geschäftsführer der Mainarbeit. Denn die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die Leistungen erhielten, nehme ab. Anfang 2017 gab es 6179 Anspruchsberechtigte, im Januar 2018 waren es nur noch 5700.

Die Werbekampagne ergibt Sinn, weil alle Zuschüsse (außer für den Schulbedarf) regelmäßig neu beantragt werden müssen. Die Kosten für das Mittagessen in Kita und Schule werden bis auf einen geringen Eigenanteil übernommen. Die Aufwendungen für Ausflüge und mehrtägige Fahrten werden ebenso erstattet wie die Nachhilfekosten. Für Sport und Kultur steht monatlich ein Beitrag von 120 Euro zur Verfügung.

Wie wichtig die Förderung ist, zeigt ein Blick in die Statistik: 4,3 Prozent der Schulabgänger in Offenbach haben keinen Hauptschulabschluss. Das sind fast doppelt so viele wie im Kreis Offenbach und in Frankfurt. Viele Familien nehmen die Angebote nicht in Anspruch. 2800 Kinder und Jugendliche, das sind 45,4 Prozent, erhielten 2017 Geld für die Mittagsverpflegung, 1606 für Ausflüge und Fahrten, 1371 für kulturelle und soziale Teilhabe, 419 für Nachhilfe und 73 für die Fahrt zur Schule.

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