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Exklusive Wohnungen gibt es genug in Offenbach.
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Exklusive Wohnungen gibt es genug in Offenbach.

Wohnungsnot

Extreme Enge

  • Martin Brust
    VonMartin Brust
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Auch in Offenbach, lange als günstige Alternative zum grotesk teuren Frankfurt gehandelt, zieht der Wohnungsmarkt an. Dortige Hausbesitzer wollen sich auch vergolden. Geringverdiener haben es immer schwerer. Bezahlbare Unterkünfte entstehen derzeit auf dem MAN-Gelände.

Auch in Offenbach, lange als günstige Alternative zum grotesk teuren Frankfurt gehandelt, zieht der Wohnungsmarkt an. Dortige Hausbesitzer wollen sich auch vergolden. Geringverdiener haben es immer schwerer. Bezahlbare Unterkünfte entstehen derzeit auf dem MAN-Gelände.

Hohe Nachfrage, keine deutliche Erhöhung der Zahl der Neubauten und stark gestiegene Mietpreise – diese Kombination liegt in Hessen nur in Offenbach und dem Kreis Groß-Gerau vor. Und das ist kennzeichnend für einen „stark angespannten Wohnungsmarkt“, so der Verband der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft (VDW). Offenbach sei davon vor allem deshalb extrem betroffen, weil hier Siedlungsflächenreserven kaum vorhanden sind. Weite Teile des Stadtgebietes dürfen wegen des Fluglärms nicht bebaut werden.

Der VDW glaubt sogar, dass dem Wohnungsmarkt in Offenbach sowie in ganz Südhessen der Infarkt drohe. Wobei die Lage laut einer vom VDW in Auftrag gegebenen Studie in Offenbach, Frankfurt und Darmstadt besonders prekär ist. In den beiden letztgenannten Städten wird aber bereits mehr gebaut.

Am Montag, 22. April, hat die SPD-Fraktion in der Offenbacher Stadtverordnetenversammlung ihre Sorge über die in der Studie getroffenen Aussagen bekundet. „Gerade für untere und mittlere Einkommensgruppen und die Empfänger von Sozialleistungen wird es aufgrund der Marktlage immer schwieriger, geeignete Wohnungen im innerstädtischen Bereich zu finden“, so die Stadtverordnete Ulla Peppler (SPD). Die Bautätigkeit in Offenbach halte mit dem Bevölkerungswachstum nicht Schritt. Gerade beim Angebot für Geringverdiener. Der geförderte Wohnungsbau müsse wieder stärker im Fokus der städtischen Wohnungsbaupolitik stehen, so Peppler.

"Spürbare Verknappung"

Die auf dem ehemaligen MAN-Gelände an der Senefelder Straße in Zusammenarbeit mit der kommunalen Frankfurter Wohnungsbaugesellschaft ABG entstehenden Wohnungen, zu denen auch preiswerter, geförderter Wohnungsraum gehört, hält Peppler für ein gutes Beispiel. Die dort geplanten Mieten von neun Euro je Quadratmeter für nicht geförderte und 5,20 Euro für die geförderten Wohnungen liegen leicht, beziehungsweise deutlich unter dem Niveau, das der Offenbacher Mietspiegel nennt. Fast 535 Euro ist für das kommunale Jobcenter Mainarbeit seit dem 1. April die Angemessenheitsgrenze für die Bruttokaltmiete, die einer Bedarfsgemeinschaft von zwei Personen zusteht. Bezogen auf die maximale Wohnungsgröße von 60 Quadratmetern macht das eine Kaltmiete von fast neun Euro je Quadratmeter.

Laut VDW-Studie führt die Entwicklung am Wohnungsmarkt zu einer „spürbaren Verknappung der für Transferleistungsempfänger zugänglichen Wohnungsbestände“. Offenbach ist laut der Untersuchung nach Darmstadt und noch vor Frankfurt die Kommune in Hessen, in der das Angebotsdefizit für Leistungsempfänger auf dem Wohnungsmarkt am größten ist. Der Kreis Offenbach liegt auf Platz sechs.

Vorsichtiges Lesen

Diese Verknappung zeigt sich auch in der Abnahme der veröffentlichten Mietangebote um rund 15 Prozent zwischen 2011 und 2012. Demnach hätten Leistungsempfänger in Offenbach im Herbst 2012 lediglich sieben Prozent der auf dem Markt angebotenen Wohnungen mieten können. Allerdings zeigt sich hier auch, wie vorsichtig solche Studien gelesen werden müssen.

Denn die erhöhten Grenzen für eine angemessene Miete sind darin noch nicht berücksichtigt. Laut einer der führenden Onlinesuchmaschinen für Immobilien gab es zu Wochenbeginn mehr als 70 Wohnungen in Offenbach, die nach den aktuellen Mainarbeit-Kriterien für Bedarfsgemeinschaften aus zwei Personen erlaubt sind. Laut Mainarbeit-Chef Matthias Schulze-Böing suchen im Jahr etwa 300 bis 400 seiner Kunden eine neue Wohnung.

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