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Im Mai wurde vor dem Sana-Klinikum in Offenbach gegen die Entlassungen demonstriert.
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Im Mai wurde vor dem Sana-Klinikum in Offenbach gegen die Entlassungen demonstriert.

Offenbach

„Es kriegen nicht alle ein Angebot“

  • Timur Tinç
    VonTimur Tinç
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Das Sana-Klinikum in Offenbach treibt den Umbau im Bereich Service und Logistik voran. Ein Sozialplan ist aufgestellt worden, wie viele Mitarbeitende in die neue Tochtergesellschaft übernommen werden, ist noch unklar.

In fast genau drei Monaten sollen in der Krankenhausklinikgruppe Sana konzernweit neue Tochterunternehmen die Arbeit aufnehmen. Im April hatte die Sana-Kliniken AG angekündigt, bundesweit 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DGS pro Service GmbH – mit Ausnahme der Reinigung – bis Ende des Jahres zu entlassen. In Offenbach betrifft das rund 60 Mitarbeitende.

„Der Service-Bereich der Gesellschaft wird zukünftig von einem tarifgebundenen Sana-Tochterunternehmen, der Sana-Catering-Service GmbH, erbracht werden“, teilte das hessische Gesundheitsministerium auf eine Anfrage der SPD-Landtagsabgeordneten Nadine Gersberg mit. Für die krankenhausinternen Logistikaktivitäten werde künftig eine spezialisierte konzerneigene Sana-Logistik-Gesellschaft verantwortlich zeichnen. Allerdings ist noch unklar, wie viele Mitarbeitende von der DGS pro Service GmbH übernommen werden und wie viele Stellen vorgesehen sind. „Die Mitarbeitenden werden im Unklaren gelassen. Das hätte schon längst passieren müssen“, kritisiert Gersberg.

Zumindest hat sich die Geschäftsführung der Sana-Tochtergesellschaft DGS pro Service GmbH mit dem Gesamtbetriebsrat über einen Sozialplan verständigen können, wie der Betriebsratsvorsitzende Holger Renke bestätigte. Allerdings seien alle befristeten Verträge bei der DGS ausgelaufen und nicht verlängert worden. Vom finanziellen Aspekt her sei das neue Angebot in Ordnung, berichtet Renke. „Aber es kriegen nicht alle ein Angebot.“

Gersberg findet es immer noch „schockierend“, dass mitten in der Coronavirus-Pandemie, die für alle Krankenhaus-Mitarbeitenden zu dieser Zeit besonders belastend war, die Ankündigung der Stellenstreichung kam. „Der Zeitpunkt war einfach unschön. Das kann man nicht nur mit finanziellen Bedingungen begründen“, findet die Sozialdemokratin aus Offenbach.

Der Geschäftsführer der Sana DGS pro Service GmbH, Klaus Wiendl, begründete die Stellenstreichungen seinerzeit mit den neuen Anforderungen der Krankenhausreinigung, die in Zukunft „eine deutlich höhere fachliche Führung und auch Prozessbegleitung sowie -überwachung“ erfordere.

Die Landesregierung teilte dazu mit: „Nach Auskunft der Geschäftsführung des Sana Klinikums wird die Organisationsänderung der Sana DGS pro service GmbH auf die Patientinnen und Patienten des Sana Klinikums Offenbach keine Auswirkungen haben.“ Das Ministerium betonte, Umstrukturierungsprozesse auch in Zukunft begleiten zu wollen, „allerdings ist auch festzustellen, dass Outsourcing und Stellenabbau mit krankenhausplanerischen Instrumenten nicht verhindert werden können“. Wenn erforderlich, könnten solche Prozesse allerdings begleitet werden.

„Daran merkt man, dass die Landesregierung nicht nah genug an den Kliniken dran ist“, findet Gersberg.

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