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Erste Segelmanöver auf dem Main

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Von: Sigrid Aldehoff

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Segeln: Wenn's auf der Freizeit Spaß macht, kann es doch ein Hobby auf Dauer werden. Der Offenbacher Ruderverein hofft jedenfalls auf Nachwuchs.
Segeln: Wenn's auf der Freizeit Spaß macht, kann es doch ein Hobby auf Dauer werden. Der Offenbacher Ruderverein hofft jedenfalls auf Nachwuchs. © Renate Hoyer

Das KJK Sandgasse und der Offenbacher Ruderverein bieten Kindern und Jugendlichen gemeinsame Freizeiten.

Schwere Frachtkähne auf dem Main finden Elias, Fee und Joshua generell gut: „Manchmal ist es ein komisches Gefühl“, sagt die 12-jährige Fee und der zehnjährige Elias ergänzt, dass Wellen beim Einsteigen in eine Optimisten-Jolle blöd seien. Doch Segeln generell sei eine coole Sache, betont der zehnjährige Joshua, vor allem „weil man so schnell vorankommt“.

Die drei Kinder machen in dieser Woche bei einer Segelfreizeit mit, die in Kooperation zwischen dem Mehrgenerationenhaus KJK Sandgasse und dem Offenbacher Ruderverein (ORV) auf dessen Fechenheimer Vereinsgelände am Main angeboten wird. Die städtische Einrichtung und der Verein kooperieren schon seit mehreren Jahren in den Ferien, um den Kindern Spaß und eine sinnvolle Freizeitgestaltung zu bieten. Der ORV erhofft sich darüber hinaus auch eine dauerhafte Verstärkung seiner Jugendabteilung.

„Wir haben aber nicht nur sportliche Ziele“, betont Gerhard Wander, Vorsitzender der Hockeyabteilung und stellvertretender Vorsitzender des ORV. Das Engagement geschehe auch aus sozialer Verantwortung. „Als das KJK mit der Idee auf uns zukam, ,sportliche Ferienfreizeiten für Kinder und Jugendliche anzubieten, waren wir sofort dabei. Man muss ja auch was für die Allgemeinheit tun.“

„Dafür investieren wir Freizeit, Manpower und Material, sagt Matthias Sator. Er ist der Jugendwart des ORV und leitet die Kinder an, wenn sie aufs Wasser gehen. Angetan mit Rettungswesten, dürfen sie jeweils zu zweit in „Mächtnix3“ und „Three Monkeys“, den beiden nahezu unsinkbaren Optimisten-Jollen, selbstständig segeln. Begleitet werden sie – so schreibt es die Wasserstraßenverkehrsordnung vor – von motorisierten Sicherungsbooten. Die ziehen sie notfalls in ruhigeres Fahrwasser, sollte ein fetter vollbeladener Frachter um die Mainkurve bei Fechenheim kommen.

„Als bei der ersten Segelfreizeit der erste Kahn kam, habe ich unheimliche Angst gehabt, als die Kinder in den Jollen auf dem Wasser waren“, erzählt Peter Schulz. Er leitet im KJK das Jugendbistro, macht die offene Jugendarbeit und organisiert die Freizeiten. Inzwischen ist es die vierte Segelfreizeit, die das KJK seit 2010 anbietet und er ist beim Anblick der dicken Kähne souverän geworden.

Aus Sicherheitsgründen dürfen bei der Segelfreizeit ohnehin nur 12 Kinder mitmachen: Da die Teilnehmer sich selbst versorgen, sind immer zwei zum Küchendienst abgeordnet, die anderen zehn dürfen aufs Wasser – entweder selbstständig in der Jolle oder in Begleitung im Sicherungsboot. Mehr Kinder können bei den Soccer-, Hockey- oder Fußball-Freizeiten mitmachen, die das KJK anbietet. Viele hätten so den Zugang zu den Vereinen gefunden, sagt Schulz und verweist auf den 14-jährigen Adrian.

Der war bei der ersten Segelfreizeit 2010 dabei, bekam dann noch eine Extrastunde von Sator und trat in den ORV ein. Nachdem er einige Regatten gesegelt ist, legt er sich heute für den Verein in die Riemen und rudert. Zu den Segelfreizeiten kommt er immer noch, heute aber als ehrenamtlicher Betreuer für die Kinder.

„Wer hier am meisten Talent zeigt, kann zusätzlich noch ein Trainingswochenende gewinnen“, sagt Matthias Sator. Dies werde den Kindern zuvor als Anreiz mit ins Boot gegeben. „Segeln ist eine sehr komplexe Sportart, bei der es auf gutes Körpergefühl und vor allem auf den Gleichgewichtssinn ankommt“, sag er.

Für Fee ist Segeln zunächst aber mal Spaß. „Es ist toll, die Kontrolle über ein eigenes Boot zu haben“, sagt die Zwölfjährige. Sie ist bereits zum zweiten Mal dabei und überlegt, im Verein weiterzumachen. Allerdings hält sie noch ihr voller Terminkalender davon ab: Neben anderen Verpflichtungen ist sie bereits in der Hockeyabteilung des ORV.

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