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Offenbach

Corona in Offenbach: Pastor berichtet über zweifache Quarantäne-Erfahrungen

  • Jonas Nonnenmann
    vonJonas Nonnenmann
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Zweimal mit Frau und Kindern in Quarantäne, zweimal auf Covid-19 getestet – David Jodat aus Offenbach berichtet über seine Erfahrungen.

Zweimal mit Frau und Kindern in Quarantäne, zweimal auf Covid-19 getestet – David Jodat aus Offenbach hat das Gesundheitssystem in den letzten Wochen ziemlich gut kennengelernt. Seine Erlebnisse zeigen die Bedeutung der Arbeit der Gesundheitsämter, aber auch, wie überlastet das System ist.

Jodat, 30 Jahre alt, ist Pastor der Offenbacher Freien Evangelischen Gemeinde. Am 3. Oktober habe er in Nürnberg ein Paar getraut, erzählt er. Dann kam heraus, dass eine der Besucherinnen Corona hatte. Für einen Teil der Gäste war das Gesundheitsamt Nürnberg zuständig, so Jodat, für andere das Gesundheitsamt in Roth. Während das Gesundheitsamt in Roth die Besucher nur als Kontaktpersonen 2 eingestuft habe, war das Nürnberger Amt strikter.

Pastor aus Offenbach berichtet über Quarantäne-Erfahrungen

Der Bescheid: zweiwöchige Quarantäne für die ganze Familie. „Dabei bin ich nie in die Nähe der Frau gekommen“, sagt er. Um sicherzustellen, dass er nach der Hochzeit nicht selbst andere angesteckt hatte, sollte er sich testen lassen. Also machte er sich auf den Weg zur Teststation an der Uniklinik in Frankfurt. „Die waren heillos überfordert“, erinnert er sich. „Erst stand ich eineinhalb Stunden im Regen, dann haben sie pünktlich um 13 Uhr zugemacht und mich nach Hause geschickt.“

Mit dem Offenbacher Gesundheitsamt habe er in dieser Zeit gute Erfahrungen gemacht. Mitarbeiter hätten fast jeden Tag angerufen und einen Test in einer Arztpraxis organisiert. Ergebnis: negativ.

David Jodat.

Zur Person:

David Jodat musste sich nach einer Trauung auf eine Corona-Infektion testen lassen.

Die Ruhe währte nur kurz. Wenige Tage nach der Quarantäne reiste Jodat zu einer Freizeit am Starnberger See. Vorbildlich sei das dort gelaufen, sagt er, alle Teilnehmer:innen hätten Mundschutz getragen und seien auf Covid-19 getestet worden. Irgendwie habe sich aber doch jemand infiziert.

Zweite Quarantäne für Pastor aus Offenbach und seine Familie

Auch hier reagierten die Gesundheitsämter schnell, ordneten für die Familie Jodat zum zweiten Mal Quarantäne an. Bald spürten er und seine Frau die ersten Symptome, Gliederschmerzen, Geruchs-und Geschmacksverlust. Es war die Zeit, in der die Corona-Zahlen ganz Deutschland nach oben schossen. Jodat fiel auf, dass die Leute beim Gesundheitsamt jetzt kürzer angebunden waren. Statt Anrufen bekam er E-Mails, kurz und knapp sei die Kommunikation gewesen.

„Ich hatte den Eindruck, die sind nicht mehr so richtig aufnahmefähig, aber wir konnten das verstehen.“ Diesmal ließ sich die Familie bei einem privaten Unternehmen am Frankfurter Flughafen testen – der Test seiner Frau war positiv, sein Test konnte nicht ausgewertet werden. Die drei und sechs Jahre alten Kinder habe er einige Tage später testen lassen. Ergebnis am 3. November: Der drei Jahre alte Sohn war Corona-positiv.

Das Gesundheitsamt ordnete Quarantäne an. Allerdings nur für das Kind, so erzählt es Jodat. Ihm sei erlaubt worden, nach Ablauf der eigenen Quarantäne wieder arbeiten zu gehen mit der Empfehlung, nicht viel Kontakt zu dem Kind zu halten. Eine Entscheidung, die laut Stadt nach einer Änderung der landesweiten Quarantäne-Regelungen so nicht mehr getroffen würde.

Corona-Quarantäne: Pastor aus Offenbach hat einen Tipp

Nach insgesamt vier Wochen Quarantäne hat Jodat einen Tipp: Auf keinen Fall darüber nachdenken, dass man nicht raus darf. Sonst fühle es sich an wie im Gefängnis. Sie hätten die Zeit auch deshalb gut überstanden, weil die Familie von der Gemeinde unterstützt wurde. Freiwillige hätten eingekauft, Tüten mit Essen an den Zaun gehängt. Das sei eine große Hilfe gewesen.

Die Reise nach Bayern hat sich für Jodat am Ende übrigens doch noch gelohnt – in einigen Monaten tritt er in einer Gemeinde am Starnberger See eine neue Stelle an.

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