1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Offenbach

Entwarnung nach Asbest-Panne an Schule

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Fabian Scheuermann

Kommentare

Weiße Planen umhüllen Fassadenplatten, deren Füllmaterial festgebundenes Asbest enthält ? sie werden entsorgt.
Weiße Planen umhüllen Fassadenplatten, deren Füllmaterial festgebundenes Asbest enthält ? sie werden entsorgt. © Michael Schick

Entwarnung an der Käthe-Kollwitz-Schule: Die beschädigten asbesthaltigen Bodenplatten an der Offenbacher Schule stellen keine Gefahr dar.

Aufregung in der Käthe-Kollwitz-Schule (KKS) am Buchhügel: Weil ein Arbeiter in dem 70er-Jahre-Bau am Donnerstag im Rahmen der laufenden Schulsanierung asbesthaltige Bodenplatten angebohrt hatte, mussten bis einschließlich Montag zehn Klassenräume gesperrt werden – rund 200 Berufsschüler hatten zeitweise schulfrei.

Am Montagabend kam dann die Entwarnung: Die Messungen, die in den betroffenen Räumen von Sachverständigen durchgeführt worden sind, haben ergeben, dass keine Grenzwerte überschritten werden. Der Schulbetrieb geht also weiter.

Auf den eingesetzten Spezialfiltern wurden nur wenige Asbestfasern gefunden, was einem statistischen Wert von 100 Fasern pro Kubikmeter Luft entspricht. Zum Vergleich: Weniger als 200 Fasern pro Kubikmeter sind das Ziel bei Asbestsanierungen. Asbest in der Lunge kann gesundheitsgefährdend sein.

Aber wie kam es überhaupt dazu, dass der bekanntermaßen asbesthaltige PVC-Boden der KKS bei laufendem Betrieb in zehn Räumen angebohrt wurde? Laut Informationen der Stadt habe es bei der Firma, die wegen Sanierungsarbeiten an der Heizung derzeit provisorische Heizradiatoren aufstellt, „Übermittlungsprobleme“ gegeben.

Der Offenbacher Kreisverband der Lehrergewerkschaft GEW fühlt sich durch den Vorfall in seiner Kritik bestätigt. Schon im Vorfeld habe man davor gewarnt, die Schule nicht im laufenden Betrieb zu sanieren, sagte Michael Köditz vom GEW-Kreisvorstand der FR. Man solle lieber Container aufstellen. Die aber waren der Stadt zu teuer und so wird nun – wie bei anderen Schulsanierungen – je ein Drittel der Räume saniert, während im Rest der Schule der Betrieb weitergeht. Teile des Unterrichts wurden in benachbarte Schulen ausgelagert. Rund 1600 Schüler nutzen die Räume der KKS.

Die Kritik der GEW betrifft aber auch den Umgang der Stadt mit dem Thema. Köditz sagte, dieser sei teils „flapsig“. So hätten städtische Mitarbeiter unangemessene Bemerkungen beim Thema Asbest und den zu erwartenden Beeinträchtigungen durch die Sanierung gemacht. „Was wollen Sie denn, sterben müssen wir alle“, soll etwa der Leiter des Stadtschulamts, Thomas Löhr, vor Beginn der Sanierung auf einer Informationsveranstaltung gesagt haben. Löhr sagte, er könne sich an eine solche Formulierung nicht erinnern – sollte er so etwas gesagt haben, sei es aber natürlich nicht ernst gemeint gewesen. Löhr ergänzt, es habe regelmäßig Informationsgespräche mit der Schulleitung und Veranstaltungen mit Fachleuten zum Thema gegeben. Als nun die Panne mit dem angebohrten PVC-Boden bekanntwurde, sei er direkt mit dem Bildungsdezernenten Paul-Gerhard Weiß zum Ort des Geschehens gefahren.

Schulleiterin Marlies Stülb betonte, dass ein „störungsfreier, nicht gesundheitsgefährdender Aufenthalt in der Schule“ möglich sein müsse. Und sie ergänzt: „Eine Containerlösung, wie jetzt vom Personalrat gefordert, wäre sicher für die Schulgemeinschaft entlastend.“ Die Schülervertretung war am Dienstag nicht zu erreichen: Sie erwägt aber laut GEW eine Demonstration am Donnerstag.

Auch interessant

Kommentare