Offenbach

Enge im Frauenhaus Offenbach

  • Timur Tinç
    vonTimur Tinç
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Die Stadtverordnenten wollen den Raumbedarf prüfen lassen.

Seit Jahren mahnt das Offenbacher Frauenhaus den kritischen Belegungsstand an. Zwölf Zimmer mit 32 Schlafplätzen stehen dem Verein „Frauen helfen Frauen“ zur Verfügung, der die Einrichtung betreibt. Meistens sind alle Plätze belegt oder sogar überbelegt.

Am Donnerstag hat die Stadtverordnetenversammlung nun mit der Mehrheit der Regierungskoalition einen Änderungsantrag angenommen, wonach eine Bestands- und Bedarfsanalyse zur Umsetzung der Istanbul-Konvention erstellt werden soll. Die Istanbul-Konventionen wurden 2011 vom Europarat als völkerrechtlicher Vertrag ausgelegt, der zum Ziel hat „Frauen vor allen Formen von Gewalt zu schützen und Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt zu verhüten, zu verfolgen und zu beseitigen.“

Am 1. Februar 2018 war die Konvention in Deutschland in Kraft getreten. Darin heißt es unter anderem, dass pro 10 000 Einwohner ein Familienzimmer als Schutzunterkunft zur Verfügung steht. „Da das Frauenhaus in Offenbach lediglich über zwölf Zimmer verfügt und die Bevölkerungszahl zum 31. März die Marke von 140 000 Einwohnern überschritten hat, wird dieses Niveau derzeit leider schon unterschritten“, sagte Gertrud Marx von der SPD.

Der ursprüngliche Antrag der SPD-Fraktion, der eine sofortige Verbesserung des Offenbacher Frauenhaus verlangte, wurde abgelehnt. „Das Frauen- und Kinderhaus benötigt jetzt mehr Räume“, zeigte sich Marx vom Beschluss der Koalition enttäuscht.

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