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Offenbach

Einkaufen für andere Leute

  • Timur Tinç
    vonTimur Tinç
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Im Freiwilligenzentrum Offenbach hat sich ein langfristiges Hilfsangebot entwickelt. Menschen in Quarantäne rufen selten an.

Im Freiwilligenzentrum Offenbach (FZOF) werden sie nur die 13 Muskeltiere genannt. Studierende, Menschen, die vor allem im Homeoffice arbeiten und Rentner:innen, die für zehn Leute regelmäßig einkaufen gehen. „Es gibt viele Menschen, die unabhängig von Corona Hilfe brauchen“, sagt Sigrid Jacob, die Leiterin des FZOF. Zu Beginn der Coronavirus-Pandemie im Frühjahr hatten sich Menschen, die zur Risikogruppe gehören und nicht raus gehen wollten oder konnten, an das Freiwilligenzentrum gewandt. „Viele unserer Helferinnen und Helfer haben nach dem Lockdown gesagt: wir kaufen einfach weiter für die Leute ein“, berichtet Jacob. So sei eine langfristige Einkaufshilfe entstanden, die jetzt mit dem Pilot-Team zunächst in der Offenbacher Innenstadt startet.

Die Anrufe von Leuten, die in Quarantäne sind, hält sich hingegen in Grenzen. Vier bis sechs Anrufe pro Woche sind es. „Wenn man die Quarantänezahlen in Offenbach sieht, würde man denken, dass es wesentlich mehr sind“, sagt Jacob. Rund 1800 Menschen sind das derzeit. Aber es gebe offenbar eine unsichtbare Nachbarschaftshilfe, die gut funktioniert, vermutet Jacob. Während jüngere Menschen sich auch über die sozialen Netzwerke organisieren und in Facebook-Gruppen nach Hilfe fragen, würden ältere Menschen den Anruf bevorzugen. „Die sehen uns als Filter und fühlen sich dadurch sicherer“, berichtet Jacob.

Durch Corona hat sich Hilfebedarf verändert

Bei der Einkaufshilfe gehen die Einkäufer:innen in Vorleistung, fotografieren den Kassenbon und bringen den Einkauf bis zur Haustür. Sie bekommen das Geld dann entweder in bar, per Überweisung oder via dem Onlinezahldienst Paypal. „Würde ein Hilfenehmender einmal nicht zahlen, würden die Einkäufer das Geld von uns bekommen“, sagt Jacob. Das sei aber noch nicht vorgekommen. Einzig ein paar Missverständnisse in der Kommunikation seien passiert, nichts, was sich durch ein Telefonat nicht klären lassen könnte. Durch Corona hat sich der Hilfebedarf aber schon verändert. Es sind vermehrt jüngere Leute, die sich ans FZOH wenden. So ist auch schon eine ganze WG versorgt worden.

Mehr als 300 Menschen haben sich seit dem ersten Lockdown im März als Helferin oder Helfer gemeldet, 120 sind davon aktiv im Einsatz. Für mehr Aktive wäre der Aufwand für das Zentrum einfach zu groß. „Die Vorweihnachtszeit ist die Hochzeit des Engagements“, sagt Jacob. Viele würden sich besinnen und gerne etwas für Kinder oder Ältere tun wollen. Durch Corona und die Kontaktbeschränkungen falle jedoch vieles ins Wasser. „Was da ist, ist die Spendenbereitschaft“, sagt die FZOH-Leiterin.

Um das ehrenamtliche Engagement noch sichtbarer zu machen, hat das Freiwilligenzentrum eine Adventsfenster-Aktion gestartet. Ausgewählte Organisationen und Einrichtungen, die sich engagieren, erhalten einen Aufkleber mit dem Datum ihres Aktionstags und könnten ein für die Öffentlichkeit sichtbares Fenster schmücken. Bis Weihnachten sollen die Dekorationen bleiben.

Das Einkaufshilfen-Projekt bleibt natürlich über Weihnachten hinaus bestehen.

Das Freiwilligenzentrum gibt es seit dem Jahr 2002 und wird von der Stadt Offenbach, über Projekte und Spenden finanziert. Weitere Informationen gibt es unter www.fzof.de oder unter 06982367039.

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