Sticker der NPD oder einer "freien Kameradschaft" prangen immer öfter an Schildern oder Laternen in der Stadt. In Bürgel, Bieber und im Nordend sind rechtsextreme und islamfeindliche Aufkleber besonders zahlreich. Die antifaschistische Gruppe Offenbach berichtet, Rechtsextreme hätten sich eine Weile im Leonhard-Eißnert-Park getroffen. Unser Archivbild zeigt eine NPD-Demonstration in Offenbach im Dezember 2007.
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Sticker der NPD oder einer "freien Kameradschaft" prangen immer öfter an Schildern oder Laternen in der Stadt. In Bürgel, Bieber und im Nordend sind rechtsextreme und islamfeindliche Aufkleber besonders zahlreich. Die antifaschistische Gruppe Offenbach berichtet, Rechtsextreme hätten sich eine Weile im Leonhard-Eißnert-Park getroffen. Unser Archivbild zeigt eine NPD-Demonstration in Offenbach im Dezember 2007.

Rechtsextremismus

Eine hohe Dunkelziffer

  • Madeleine Reckmann
    vonMadeleine Reckmann
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An Springerstiefeln oder Bomberjacke sind Neonazis heute meist nicht mehr zu erkennen. Die Kreis-Antifa klärt deshalb Schüler über die Bedeutung von Symbolen wie Zahnrad oder Keltenkreuz auf.

Sticker der NPD oder einer "freien Kameradschaft" prangen immer öfter an Schildern oder Laternen in der Stadt. In Bürgel, Bieber und im Nordend sind rechtsextreme und islamfeindliche Aufkleber besonders zahlreich. Die antifaschistische Gruppe Offenbach berichtet, Rechtsextreme hätten sich eine Weile im Leonhard-Eißnert-Park getroffen.

Im Stadion auf dem Bieberer Berg hissen Neonazis Reichskriegsflaggen, und rechte OFC-Fans tragen Pullover mit der Aufschrift "Ruhm, Ehre, Vaterland". Das beobachtet die Antifa aus dem Kreis Offenbach. Radikalisieren sich die Rechtsradikalen in der Stadt?

Eine Nazi-Kameradschaft gibt es nach Erkenntnissen des Staatsschutzes in Stadt und Kreis Offenbach nicht. Eine Zunahme von Rechtsextremen verzeichnet er ebenfalls nicht. Aber die Beamten kennen einzelne Personen, die in der deutschlandweit vernetzten Szene aktiv sind.

Von aktiven Neonazis ohne feste Organisationsstruktur in Offenbach spricht auch Michael Weiss vom Antifaschistischen Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin (Apabiz). Er verweist auf die von Apabiz kürzlich veröffentlichte Broschüre "Dunkelfeld", das die neofaschistische Szene im Rhein-Main-Gebiet durchleuchtet. Die Informationen dazu stammen von den lokalen Antifa-Gruppen oder Einzelpersonen, die die Verhältnisse in ihrer Stadt gut kennen.

"Es gibt Regionen in Hessen, wo die Lage brisanter ist", sagt Weiss. Er schätzt, dass in Stadt und Kreis eine "satte dreistellige Zahl" an Rechtsextremen leben, die sich vor allem durch eine rechte Alltagskultur ausweisen.

Wie in anderen Städten auch sind extreme Rechte in Offenbach in der Kickers-Szene geduldet. Allein in Heusenstamm soll es eine bis zu 20-köpfige Gruppe geben, die sich durch einschlägige Kleidung und Musik zu erkennen gibt. Einige sind namentlich bekannt. Der NPD-Kandidat für die Landtagswahl 2009 lebt in Offenbach.

Einige treffen sich häufig mit Rechtsextremen aus Frankfurt und Darmstadt, besuchen Aufmärsche wie in Dresden und NPD-Feste in Thüringen. "Das Problem ist die hohe Dunkelziffer", sagt Weiss. Ob und wann diese Personen gefährlich werden und andere, vielleicht Migranten oder Andersdenkende, angreifen, weiß er nicht.

An Springerstiefeln oder Bomberjacke sind sie heute meist nicht zu erkennen. Da nationalsozialistische Symbole verboten sind, nutzen sie Zahnrad, Thorhammer oder Keltenkreuz als Schmuck oder auf dem T-Shirt. Die Kreis-Antifa klärt daher Schüler über die Bedeutung dieser Symbole auf. Die Antifaschistische Gruppe Offenbach empfiehlt Bürgern, der Gruppe Bescheid zu geben, sollten sie rechtsradikale Stickers oder Hetze in Diskussionen bemerken, damit die Organisationsstruktur rechtzeitig erkannt wird.

offenbach-bleibt-sauber@web.de

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