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Ein geschützter Raum inmitten der Stadt soll der Innenhof der neuen Schule am Offenbacher Hafen sein ? die Kinder mögen ihn.
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Ein geschützter Raum inmitten der Stadt soll der Innenhof der neuen Schule am Offenbacher Hafen sein ? die Kinder mögen ihn.

Offenbach

Eine Grundschule als Leuchtturm

  • Fabian Scheuermann
    VonFabian Scheuermann
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Die neue Hafenschule in Offenbach entlastet die umliegenden Schulen, könnte aber bald voll sein. Eine Kita öffnet am Montag.

Über den Köpfen der Grundschüler baumeln an einer Girlande selbstgemalte Leuchttürme. Das Motiv passt zur Hafenschule, die am Mittwoch nach zweiwöchigem Betrieb nun auch offiziell eröffnet wurde: Zum einen liegt die Schule direkt am Offenbacher Hafenbecken und man hat aus den hellen Korridoren einen guten Blick darauf. Zum anderen ist die Grundschule samt Kita ein wahres Leuchtturmprojekt in einer Stadt, in der etliche Einrichtungen schon lange die Sanierung oder Erweiterung herbeisehnen. Zwar will Offenbach bis 2020 etwa 114 Millionen Euro in Schulen investieren. Doch das reicht nur für einen Bruchteil der nötigen Baumaßnahmen.

Der 26,6 Millionen Euro teure Neubau am Hafen – 5,6 Millionen hat der Regionalfonds Fluglärmschutz beigesteuert – verschafft da zumindest dem Nordwesten der Stadt etwas Luft. Ein Teil der aktuell 223 Schüler war zuletzt in Containern neben der Schillerschule untergebracht, der Rest in der Goetheschule. Zu den 111 Kindern in der Kita kommen 50 aus der Bernardstraße, wo gerade eine Kita saniert wird – die anderen Plätze wurden neu geschaffen und stehen ab Montag zur Verfügung. Im Endausbau bietet die vierzügige Grundschule Platz für 420 Kinder und beherbergt zwei Sporthallen und eine Cafeteria sowie einen Mehrzweckraum. Bis zu 200 Hortplätze sind vorgesehen und insgesamt 170 Kita-Plätze.

Von einem „langen Kampf“ spricht mit Blick auf Gegner des Projekts Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD). Doch anders als etwa im Frankfurter Westhafen habe man hier letzten Endes einen Schulneubau am Wasser durchsetzen können – obwohl das Areal sicherlich vorzüglich zu vermarkten gewesen wäre.

Die Hafenschule ist der erste Schulneubau in Offenbach seit Fertigstellung der Edith-Stein-Schule Ende der Siebzigerjahre. Sichtbeton, Holz, sandfarbener Klinker, grünliches Glas und ein knallig türkisfarbener Boden prägen die Gestaltung des vom Darmstädter Architekturbüro „Waechter + Waechter“ entworfenen Gebäudes. Viele Klassenräume haben auf zwei Seiten Fensterfronten und angeschlossene kleinere Räume für Lehrer und Schülergruppen. Die Sporthallen, in denen auch der Judo-Verein „Samurai“ trainiert, durchströmt Tageslicht und an den Decken sorgt Holzwolle für gute Akustik.

Schulhof hat einen lichten Charakter

Doch noch ist nicht alles fertig: Die Bibliothek, die in Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei betrieben wird, ist bis auf einen Bildschirm mit Touchscreen noch leer und auch die Fußbodenheizung und -kühlung funktioniert noch nicht. Ein paar Bohrungen stehen laut Amt für Baumanagement noch aus, bevor die Temperatur in dem Gebäude mit Wärme und Kälte aus über 90 Metern Tiefe reguliert werden kann. Im Herbst soll die geothermische Anlage laufen und auch die Bücher sollen dann zur Verfügung stehen.

Am Mittwoch ist es auch in den Innenhöfen heiß, die neu gepflanzten Bäume spenden noch kaum Schatten. Kornelkirschen und Amberbäume wachsen hier und Gleditschien, die mit ihren vielen winzigen Blättern zwar vor der prallen Sonne schützen, den Hof aber niemals vollständig verschatten werden. So soll der lichte Charakter des jetzt schon intensiv bespielten Schulhofes erhalten bleiben, erklärt Landschaftsarchitektin Anja Ludwigs.

Dank der neuen Schule ist die Schülerzahl an der Goetheschule im Nordend von 650 auf 460 zu Beginn des Schuljahres gefallen. Man überlege nun, wie man die freigewordenen Räume vorübergehend nutzen könne, erzählt Schulleiterin Gabriele Schranz. Vorübergehend, weil man davon ausgehe, dass die Schülerzahl schon bald wieder anwächst.

Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP) spricht bei der Eröffnungsfeier am Mittwoch von einer „auskömmlichen Größe“ für Nordend und Westend. Die Leiterin der Hafenschule, Bianca Kindermann, schätzt die Kapazitätssituation angesichts der rasch wachsenden Bewohnerzahl im Nordend und am Hafen anders ein als der Dezernent: „Spätestens in zwei Jahren werden wir komplett ausgelastet sein.“

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