Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Tetra Musicus möchte auf spielerische Weise die Liebe zur Musik wecken. Cosalux
+
Tetra Musicus möchte auf spielerische Weise die Liebe zur Musik wecken. Cosalux

Spieleförderung

Ein Einstieg in das Verständnis von Musik

  • Timur Tinç
    VonTimur Tinç
    schließen

Bei Tetra Musicus von der Offenbacher Digitalagentur Cosalux sollen elektronische Songs durch Zuhören auf dem Smartphone reproduziert werden. Das Spiel wird für die Momem entwickelt, die auf April verschoben wird.

Alexander Coelius erinnert sich nur ungern an den Musikunterricht aus seiner Grundschulzeit zurück. Blockflöte stand auf dem Stundenplan und die Noten und Mechanik des Instruments waren ein echter Angstgegner für ihn. Als es dann zur Weihnachtsaufführung kam, drückte ihm seine Lehrerin die Triangel in die Hand. „Ich habe mich unfähig für Musik gehalten“, erzählt Coelius. Durch diese Erfahrung hat er früh das Interesse an Noten und Musik verloren. „Später habe ich meine Liebe zu Musik – auch insbesondere mit der elektronischen Musik und den Anfängen von Techno in Frankfurt Ende der 80er Jahre – wiedergefunden“, sagt Coelius.

Deswegen ist der Inhaber und Geschäftsführer der Digitalagentur Cosalux aus Offenbach schon seit Jahren am Projekt Momem mit dran. Das Museum für Elektronische Musik muss seine Eröffnung allerdings auf April verschieben. Ursprünglich war Anfang Oktober anvisiert. So haben Coelius und seine Kolleginnen und Kollegen nun genug Zeit, ihr geplantes Spiel für die Momem zu entwickeln.

Tetra Musicus heißt es. Es geht darum, spielerisch den Aufbau und die Abfolge von Musik zu erlernen und Menschen dazu zu motivieren, vielleicht sogar selbst Musik zu machen. Dafür erhält Cosalux 45 000 Euro Förderung vom Land Hessen. „Es bleibt aber ein Invest von unserer Seite“, sagt Coelius. Es sei ihm jedoch aufgrund der Erfahrung aus der Schulzeit eine Herzensangelegenheit, weil er finde, dass man erst verstehen solle, was Musik sei, bevor man Noten lerne. „Das Spiel soll ein Einstieg in die Musik sein“, sagt Coelius.

Song in die Charts bringen

Der Hauptmonitor soll die Fensterscheibe des Momem an der Hauptwache sein, das Smartphone ist der Controller mit dem man einen QR-Code scannt und direkt in das Spiel eintaucht. Im ersten Schritt wird der Spielerin oder dem Spieler ein Song vorgespielt. Im zweiten Schritt erscheint das Interview der Künstlerin oder des Künstlers, der etwas über diesen Song erzählen soll. Wie ist er entstanden? Welche Struktur der Song vorweist? Welche Einflüsse gab es?

Im dritten Schritt wird die Spielerin oder der Spieler aufgefordert, anhand der Mechanik von Guitar-Hero den Song zu rekonstruieren. „Allerdings, wir sind hier einen entscheidenden Schritt weitergegangen, indem wir nicht nur melodische Elemente zur Rekonstruktion anbieten, sondern den gesamten Song“, sagt Stanko Beronja, Senior Art Director bei Cosalux. Ebenfalls sei mit der klaren Benennung von einzelnen Parts und Einbettung in den Sequenzer ein weit detaillierter Einblick in Songstruktur gewährleistet. „Der Spieler soll nicht wild und ekstatisch lediglich seine Motorik auf Probe stellen, sondern auch etwas über den Song auf kognitiver Ebene erfahren“, sagt Beronja. Damit schaffe man ein Spiel, das Lust und Laune mache, aber zugleich auch etwas lehre und zum Verständnis der elektronischen Musik beitrage. Vielleicht lade es auch manche zum Produzieren der Musik ein.

Zum Abschluss kann ein Remix vom Song erstellt und zu einem eigenem Platz in die Charts hinzugefügt werden. „Die Remixes können dann von der Community gevotet werden, womit auch der Platz in Charts weiter beeinflusst wird“, erklärt Beronja.

Das Spiel für den öffentlichen Raum zu konzipieren, ist für Geschäftsführer Coelius hochspannend. Inspiriert wurde er bei der Idee vom Amsterdamer Bahnhof, wo ein Flügel steht, auf dem jede und jeder herumklimpern kann. Tetra Musicus soll auch über die Momem hinaus weiterentwickelt werden. „Es ist ergebnisoffen und wir schauen, wie es bei den Leuten ankommt“, sagt Coelius. Ihm hätte es in seiner Schulzeit auf jeden Fall geholfen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare