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Drei Standorte für Flüchtlingsheime

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Von: Christoph Manus

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Das Rodgauer Stadtparlament hat einstimmig beschlossen, drei Flächen für Flüchtlingsunterkünfte anzubieten. Lediglich die CDU-Fraktion hat sich enthalten. Kritiker an Gemeinschaftsunterkünften plädieren dafür, Flüchtlinge in Wohnungen unterzubringen.

Das Rodgauer Stadtparlament hat einstimmig beschlossen, drei Flächen für Flüchtlingsunterkünfte anzubieten. Lediglich die CDU-Fraktion hat sich enthalten. Kritiker an Gemeinschaftsunterkünften plädieren dafür, Flüchtlinge in Wohnungen unterzubringen.

Der Magistrat soll dem Kreis Offenbach den früheren Festplatz und ein Grundstück am Bürgerhaus in Nieder-Roden sowie eine Fläche am westlichen Ende der Mainzer Straße in Dudenhofen als Standorte für Flüchtlingsunterkünfte anbieten. Das hat das Rodgauer Stadtparlament am Dienstagabend einstimmig beschlossen. Nur die CDU-Fraktion enthielt sich.

„Es wäre ein gutes Signal, wenn alle dem Antrag zustimmen könnten“, hatte Grünen-Fraktionschef Winno Sahm zuvor vergebens geworben. Denn dann wäre der Bevölkerung klar, dass diese Auswahl von den Stadtverordneten getragen werde.

Willkommenskultur angemahnt

Sahm warnte davor, zu glauben, der Konsens der Stadtverordneten, den Flüchtlingen zu helfen sei repräsentativ für die Bevölkerung, die sie vertreten. „Es gibt Ressentiments gegen Fremde.“ Umso wichtiger sei eine Willkommenskultur, die geleistet werde von Vereinen und Initiativen.

Der Ausländerbeiratsvorsitzende Göksal Arslan appellierte, gemeinsam in eine Richtung zu gehen für die 133 Menschen, die im kommenden Jahr in Rodgau erwartet werden. Das sei nötig, damit diese sich wohlfühlen und gleich integriert werden.

„Handeln ist jetzt das Gebot der Stunde. Wir alle sind in der Pflicht“, sagte Erster Stadtrat Michael Schüßler (FDP). „Die Menschen haben es verdient, dass wir Voraussetzungen schaffen, die ihnen eine Integration in die Bürgerschaft ermöglichen.“

Humanitäre Verantwortung

Auch CDU-Fraktionschef Clemens Jäger betonte die humanitäre Verantwortung der Stadt für die Flüchtlinge. Er warb aber für einen Antrag, der dem Magistrat „Rückenfreiheit“ bei der Entscheidung über die Standorte gebe. Die Liste mit allen 25 Grundstücken, die der Magistrat in die nähere Auswahl genommen hatte, habe seine Fraktion erst am Freitagabend erhalten. Sie sei nicht in der Lage gewesen, diese bis zur Sitzung durchzuarbeiten. „Wir wären aber auch mit den drei Grundstücken einverstanden“, sagte Jäger.

Kritik an der geplanten Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften äußerte außer Arslan auch Heiko Stenzel (Linke). Die Unterbringung in Wohnungen sei human und spare sogar Geld, sagte er. Der Verein „Mein Nieder-Roden“ warb bereits am Vortag dafür, freie Wohnungen, in denen Asylbewerber leben können, zu melden. Siehe Kommentar

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