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Nacht der Museen Offenbach

Von Dichterkämpfen und Voodoo

  • VonFrank Sommer
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Am 4. Mai ist wieder Nacht der Museen, die 14. nun, und Offenbach ist natürlich wieder mit von der Partie. Die Stadt kann sogar drei neue Teilnehmer aufweisen.

Neugierig machen soll sie: die 14. Nacht der Museen. Die längste Kulturnacht der Region wird gefeiert, wenn 46 Museen und Galerien in Frankfurt und Offenbach ihre Pforten öffnen.

Mit dem Deutschen Ledermuseum, dem Haus der Stadtgeschichte und dem Klingspor-Museum war Offenbach in den vergangenen Jahren vertreten, nun sind drei weitere Teilnehmer dabei: der wiedereröffnete Hafen 2 lädt zum Besuch ein, zudem die Galerien Heyne Kunst Fabrik und Tamu Talberg Museum.

„Offenbach ist eine polyglotte Stadt“, so Christian Rathke, Direktor des Ledermuseums, und die Vielsprachigkeit soll Leitmotiv sein. Führungen in verschiedenen Sprachen sollen Anreize schaffen: Weshalb sollte also nicht auf Japanisch durch die Japan-Ausstellung geführt werden? „Konbanwa“ heißt es dann statt „Guten Abend“. „Eine andere Sprache verhilft zu einer anderen Sicht auf die Objekte, und manches Vertraute sieht man so in neuem Licht“, erklärt Rathke. „Offenbacher Ver/Führungen“ heißt das Motto. Dennoch muss kein Besucher fürchten, nichts zu verstehen: Alle Ausstellungsführer sind zweisprachig und leiten auch auf Deutsch.

An diesem Konzept haben auch auch Ali Karakale von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) und Steffen Schmidt von der Diakonie mitgearbeitet: Sprachbarrieren schaffen Hemmschwellen und verhindern die Teilnahme an Kultur, erläutert Karakale, „mehrsprachige Führungen können da Abhilfe schaffen.“

Zu entdecken gibt es, gleich in welcher Sprache, einiges: Im Ledermuseum ist erstmals seit 1930 in dieser Form die China-Ausstellung zu sehen.

Das Haus der Stadtgeschichte ruft dagegen zur „Malstunde am Strand“ auf. Die Besucher können unter Anleitung des Malers Hayko Spittel selbst zum Pinsel greifen. Die Offenbacher Schriftstellerin Safiye Can liest Texte des türkischen Dichters Nazim Hikmet, und Publikumsliebling Ute Jeutter will mit Jazzeinlagen für Stimmung sorgen. Durch die Dauerausstellung wird zudem auf Italienisch und Spanisch geführt.

Für Science-Fiction-Freunde ist das Klingspor-Museum Pflicht: Die Künstler Haike Rausch und Torsten Grosch erinnern mit einer Skulptur an den Weltraumfilm „Silent Running“ von1971, in dem ein Roboter die letzten Pflanzen der Erde hegt. Museumsleiter Stefan Soltek liest aus Goethes „Metamorphose der Pflanzen“. Für ungewöhnliche Einblicke in die Museumsarbeit dürften die Führungen durchs Klingspor-Museum sorgen, wenn die Empfangsdame auf Ungarisch oder der Hausmeister auf Arabisch ihre Lieblingsobjekte vorstellen.

Gerade einmal vier Tage alt ist am Samstag der wiedereröffnete Hafen 2: Licht- und Akustikinstallationen sind hier zu erleben. Viermal am Abend wird zum Poetry Slam geladen: Beim Dichterwettstreit stellen Poeten aus ganz Deutschland ihre Texte vor.

Mit Voodoo lockt das Tamu Talberg Museum in die Ludwigstraße: Die geheimnisvoll-archaischen Rituale werden von Künstlern interpretiert. Videos und Werke des jung gestorbenen afroamerikanischen Kunst-Provokateurs Jean-Michel Basquiat sind ein Schwerpunkt.

Nacht der Museen: 46 Frankfurter und Offenbacher Museen öffnen am Samstag, 4. Mai, von 19 bis 2 Uhr nachts für Besucher. Das Ticket für alle Museen kostet 12 Euro. Shuttlebusse verkehren zwischen den Veranstaltungsorten. www.nacht-der-museen.de

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