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Künstlerin Anja Hantelmann verschönert die vormals grauen Telekom-Verteilerkaesten im Mathildenviertel.

Offenbach

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Künstlerin Anja Hantelmann verschönert Telekom-Kästen im Mathildenviertel.

Für die Bürgerinitiative (BI) der östlichen Innenstadt geht seit Freitag ein langgehegter Wunsch in Erfüllung: Die wenig ansehnlichen Verteilerkästen der Telekom im Mathildenviertel werden verschönert. „Wir konnten dafür die bekannte Künstlerin Anja Hantelmann gewinnen“, berichtet Peter Ambros. Auf 13 Verteilerkästen im Mathildenviertel werden Bilder von besonderen architektonischen Details aus dem Quartier entstehen.

Hantelmann, die seit 1996 in Offenbach lebt und arbeitet, hat sich in der Stadt schon an zahlreichen Ausstellungen und Kunstaktionen beteiligt. Kunst im öffentlichen Raum ist jedoch neu für sie. „Ich bin drei Tage auf Motivsuche im Viertel unterwegs gewesen“, sagt sie. Aus unzähligen Bildern hat sie 13 Motive ausgesucht. Eine Frauenmaske über einem Torbogen etwa, ein Detail einer Gittertür oder eine Lampe an einer Hausfassade. Anschließend wurden die Bilder der Telekom und der Stadt zur Genehmigung vorgelegt. „Die Telekom war sehr kooperativ, dort gibt es inzwischen eine eigene Aktion zur Verschönerung der Kästen“, sagt BI-Sprecher Ambros.

Knapp zwei Wochen hat Hantelmann eingeplant, um die Kästen zu bemalen. Mit einem Overhead-Projektor wird das Motiv auf den Kasten projiziert und anschließend mit einer hochpigmentierten Acrylfarbe gemalt. „Danach wird es mit einem Lack versiegelt, um es vor Beschädigung zu schützen“, sagt sie.

Schon seit Jahren waren die beschmierten Kästen der BI ein Dorn im Auge. „Es hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan“, sagt Ambros. Die Gemeinnützige Baugesellschaft Offenbach (GBO) habe Häuserruinen beseitigt und Fassaden erneuert. „Nur die Kästen sahen schlimm aus.“ Vor Jahren hatte die BI bereits Studierende der Hochschule für Gestaltung (HfG) angefragt, doch dort stieß das Projekt nicht auf Interesse. Anders Hantelmann: Als Ambros kürzlich über eine Ausstellung mit ihr in Kontakt kam, war diese sofort von der Idee der Straßenbildverschönerung begeistert.

Die BI, die Stadt und die Dr.-Marschner-Stiftung zahlen das Honorar für die Gestaltung, das Projekt „Besser leben in Offenbach“ hat für die Grundierung der Verteilerkästen und die Farben gesorgt. Wenn alle 13 Gehäuse bemalt sind, werden sie auch QR-Codes erhalten, durch die auf die Vorlage für die Motive und die Konzeptidee verwiesen wird. Passanten können dann auf Entdeckungstour durch das Quartier gehen, um Details zu finden, die sie normalerweise im Vorbeigehen übersehen würden.

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