Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Holzige Kost für den Bieber.
+
Holzige Kost für den Bieber.

Offenbach

Der Biber fällt Bäume am Mainufer

  • Timur Tinç
    vonTimur Tinç
    schließen

Das Nagetier ist in Offenbach aktiv, für einen Kahlschlag sorgt er aber laut dem Umweltamt der Stadt aber nicht.

In einigen Offenbacher Facebook-Gruppen wird schon gescherzt. Der Schwan war es. Oder ein Krokodil habe sich an das Mainufer verirrt und die kleinen Bäume gefällt. Tatsächlich hat der Biber die Rinde abgeknabbert. „Glücklicherweise bringt der Biber am Main bisher immer nur einzelne Bäume, darunter meist kleinere, zu Fall und verursacht keinen Kahlschlag“, sagt Christine Schneider vom Offenbacher Umweltamt. Neben der Baumrinde ernähre er sich auch von Wasserpflanzen, krautigen Pflanzen, Blättern und Zweigen, die er auch an Sträuchern findet.

Wird seit Jahren beobachtet

Dass weitere Biber hinzukommen, das sei nicht zu befürchten, „denn jedes Biberpaar oder Einzelbiber, wenn noch unverpaart, bezieht sein eigenes Revier, das vehement gegen Artgenossen verteidigt wird“, erklärt Schneider. Auch der Bibernachwuchs müsse mit dem Erwachsenwerden abwandern und ein eigenes Revier suchen.

Die mal stärker, mal schwächer ausgeprägte Biberaktivität am Mainufer wird von der Stadt schon seit einigen Jahren beobachtet. Sie bekommt auch immer mal wieder Meldungen zu angefressenen Bäumen. „Unser städtischer Eigenbetrieb (ESO) kontrolliert aufgrund der Verkehrssicherungspflicht diese regelmäßig und hat sie im Blick“, sagt Schneider.

Der Biber steht unter strengem Artenschutz und darf nicht gefangen, verletzt oder gar getötet werden. „Auch wenn bei den übrig bleibenden, typisch zugespitzt verlaufenden Baumstümpfen, die der Biber hinterlässt, erst einmal ein Eindruck der Zerstörung aufkommen mag, ist der Biber tatsächlich sehr bedeutsam für dynamische Lebensräume an Gewässern wie auch dem Main“, sagt Schneider. Denn das Nagetier trage sehr zur Lebensraum- und Artenvielfalt bei.

Denn Biber haben die Fähigkeit, ähnlich wie Menschen, ihren eigenen Lebensraum zu ihren Gunsten zu verändern, indem sie baumfreie Bereiche schaffen, für Naturverjüngung sorgen und kleinere Gewässer stauen, sodass sich Stillwasserzonen bilden. „Davon profitieren wiederum auch eine ganze Reihe anderer Tierarten und –gruppen wie Fische und andere Gewässerlebewesen, die sich in den Stillwasserzonen ansiedeln sowie Amphibien, Libellen und Heuschrecken“, so Schneider. Biber schaffen damit auch für andere Tiere geeignete Lebensbedingungen.

Der Biber war im vergangenen Jahrhundert in Deutschland fast komplett ausgerottet. Die Bestände erholen sich erst nach und nach wieder. Auch dank Wiederansiedlungsprojekten an Gewässern wie dem Rhein oder der Elbe. Oder das Nagetier wird eben selbst aktiv wie am Offenbacher Mainufer.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare