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Die Auswirkungen der Kitaschließungen in Offenbach haben viele Familien belastet.
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Die Auswirkungen der Kitaschließungen in Offenbach haben viele Familien belastet.

Offenbach

Defizite im Bildungsbereich sind nur schwer aufzuholen

  • Timur Tinç
    VonTimur Tinç
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Der Erziehungs- und Bildungsbericht der Stadt Offenbach untersucht die Auswirkungen der Pandemie und nimmt auch die Digitalisierung in den Fokus.

Kita-Schließungen, Distanzunterricht, Rückgang von Kursen bei der Erwachsenenbildung: Die Coronavirus-Pandemie hat nach wie vor gravierende Auswirkungen auf Bildungsprozesse und -institutionen. Auf 108 Seiten hat die Stadt Offenbach im Erziehungs- und Bildungsbericht 2021 eine erste Bestandsaufnahme gemacht und auch die Digitalisierung in den Fokus genommen. „In der Exaktheit und Tiefenschärfe sucht der Bericht in der Republik seinesgleichen“, findet Bildungsdezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP).

Bernd Hormuth, stellvertretender Amtsleiter im Jugendamt, gibt zu bedenken: „Obwohl die Pandemie und die damit einhergehenden Einschränkungen seit fast zwei Jahren andauern, sind uns die Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche bis heute unklar und in ihrer Bandbreite sowohl qualitativ als auch quantitativ nicht gänzlich bekannt.“ Von Aufholen lasse sich deswegen schwer sprechen. Es gehe vielmehr darum, langfristig soziale Kompetenzen und Persönlichkeiten der Kinder zu stärken.

Während die Zahl der Inobhutnahmen nicht zugenommen habe, sei die Zahl der Anträge für Schulbegleitung und Hilfe für Kinder mit seelischer Bedrohung um das Doppelte gestiegen. „Da sind wir dabei, individuelle Projekte zu gestalten“, sagt Hormuth.

Der Bericht

Der Erziehungs- und Bildungsbericht Offenbach (EBO) wird von einer ämterübergreifenden Fachgruppe vorbereitet. Seit 2014 unter Federführung der Volkshochschule-Fachstelle Bildungskoordinierung und Beratung. Er ist eine Grundlage für bildungspolitische Entscheidungen in der Kommune. Der EBO erscheint seit 2005 regelmäßig, mittlerweile in einem dreijährigen Rhythmus, im Wechsel mit einem Tabellenband (Datenbericht Bildung).

Der EBO 2021 kann unter folgendem Link heruntergeladen werden: www.offenbach.de/bildungsdaten tim

Bei den Schulen lag der Fokus im Sommerferienangebot auf Deutschkursen. Durch die Rückkehr in den Präsenzunterricht habe sich indes das Problem der abgetauchten Schülerinnen und Schüler weitestgehend erledigt, berichtet Markus Winter vom Staatlichen Schulamt. „Es gibt aber immer noch Schüler, die nicht in den Unterricht kommen.“ Entweder weil ihre Eltern eine übertriebene Angst hätten oder sie sich nicht testen lassen wollen.

Eine Auffälligkeit in diesem Herbst war, dass Kinder, die zunächst in die Grundschule eingeschult worden waren, wieder in Vorlaufkurse geschickt werden mussten, weil sie nicht ausreichend Deutsch sprachen. Aktuell gibt es 26 davon mit 319 Kindern. Das Hauptproblem war, dass die Schuleingangsuntersuchungen vom Gesundheitsamt nicht gemacht werden konnten, weil die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit anderen Aufgaben beschäftigt waren.

Die Stadt Offenbach hat insgesamt 1,6 Millionen Euro für die Anschaffung von Endgeräten ausgegeben. 1760 Tablets sind an Schüler:innen ausgegeben worden. Außerdem wurden 140 herkömmliche Tafeln durch LED-Tafeln ersetzt, berichtete Thomas Löhr, Leiter des Städtischen Schulamts.

In der Erwachsenenbildung hat die Corona-Pandemie zu existenziellen Krisen geführt, berichtet Dirk Wolk-Pöhlmann, Amtsleiter der Volkshochschule (VHS) Offenbach. Die VHS schiebe eine Bugwelle von Wartenden bei Sprachkursen vor sich her, die für die Einbürgerung nötig sind. „Corona gefährdet Integration und Teilhabe“, sagt er. Man brauche mehr Berichte, um mehr Handlungsfelder zu bestimmen.

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