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Mund und Nasen müssen auch im Berufsschulzentrum Nord in Darmstadt bedeckt werden. Die Schüler:innen werden hier im Wechsel digital und vor Ort unterrichtet.

Unterrichtsform

Corona in Offenbach: Streit um Wechselmodell an Schulen

  • Jens Joachim
    vonJens Joachim
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  • Annette Schlegl
    Annette Schlegl
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Auch in Offenbach wird nun teils im Wechselmodell unterrichtet. Positive Erfahrungen mit einer Kombination aus Präsenz- und Distanzunterricht gibt es bereits in Südhessen in Darmstadt und in den Kreisen Groß-Gerau und Darmstadt-Dieburg.

Seit Montag werden die Oberstufenschüler:innen an weiterführenden Schulen und die Berufsschüler:innen im Kreis Offenbach im Wechselmodell unterrichtet. Das heißt: in zwei Lerngruppen unterteilte Klassen, digitaler Unterricht zu Hause im Wechsel mit Präsenzunterricht in der Schule. Der Kreisverband Offenbach-Land der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisiert, dass der Wechselunterricht nicht auch für andere Schulformen gilt.

„Der Kreis Offenbach und das Staatliche Schulamt lassen die Mehrzahl der Schulen im Stich“, schreibt die GEW in einer Presseerklärung und verweist auf den Main-Kinzig-Kreis, der mit gutem Beispiel vorangegangen sei. Dort wurde das Wechselmodell schon am 6. November auch für die Jahrgangsstufen 7 bis 10 an weiterführenden Schulen beschlossen.

Zumindest diese Fürsorge erwarte man von den politisch Verantwortlichen für die Schulen des Kreises Offenbach – gerade im Hinblick auf die viel höheren Inzidenzwerte. Aktuell liegt die Inzidenz im Kreis Offenbach bei 264,2. Die Entscheidung, nur die Schüler:innen ab Klasse 11 in eine Teilbeschulung zu schicken, sorge an allen anderen Schulformen für große Wut, schreibt die GEW.

Kreiselternbeirat in Offenbach initiiert landesweite Schulumfrage

Kreis- und Stadtelternbeiräte in Hessen holen derzeit ein umfangreiches Stimmungsbild zur aktuellen Situation an Hessens Schulen ein. Die landesweite Befragung, die laut Initiator:innen in zwei bis drei Minuten beantwortet werden kann und an der sich neben Eltern auch Schülerinnen und Schüler beteiligen können, geht auf eine Initiative des Kreiselternbeirats Offenbach zurück.

Die Fragen sollen die aktuelle Schulsituation in Erfahrung bringen, sollen aber auch dabei helfen, etwaige Lücken im Schulsystem bei härteren Maßnahmen aufzudecken. Die Ergebnisse der hessenweiten Schulumfrage werden dann den Städten und Landkreisen sowie der Landesregierung zur Verfügung gestellt. Sie könnten auch Grundlage zu weiteren politischen Gesprächen mit anderen Ländern und dem Bund sein, so der Kreiselternbeirat.

Kreis Groß-Gerau hat bereits Wechselunterricht ab Klasse 7 angeordnet

Der Kreis Groß-Gerau hatte bereits zum 9. November eine flexible Kombination von Präsenz- und Distanzunterricht ab der Klasse 7 verfügt, um die Zahl der Schüler:innen in den Bussen und Schulen deutlich zu verringern. Nach den Worten von Landrat Thomas Will (SPD) gab es „überwiegend Zustimmung“ auf die Allgemeinverfügung des Kreises.

Darmstadt/Darmstadt-Dieburg: 250 Corona-Fälle in Schulen in einem Monat

Ralph von Kymmel, der Leiter des Staatlichen Schulamts für die Stadt Darmstadt und den Landkreis Darmstadt-Dieburg berichtete nun in einem Gespräch mit dem Darmstadt-Dieburger Landrat Klaus Peter Schellhaas (SPD), seit dem 19. Oktober seien in Darmstadt und im Kreis Darmstadt-Dieburg von den rund 61.000 Schülerinnen und Schülern nur 250 positive Corona-Tests vor allem bei Oberstufenschüler:innen registriert worden.

Weil seither nur 20 positive Corona-Tests bei Grundschüler:innen gemeldet worden seien gebe es seit Ende Oktober bisher nur Wechselunterricht für Oberstufen- und Berufsschüler:innen, sagte von Kymmel, der versicherte, das Infektionsgeschehen in den Schulen genau im Blick zu haben. Das Virus werde zwar von außen in die Schulen hineingebracht, zu Corona-Ausbrüchen habe dies aber nicht geführt. Die zeige, dass die Hygienekonzepte und Abstandsregeln funktionierten, so von Kymmel.

Landrat Schellhaas: „Schulen kein Hort für Infektionen“

Landrat Schellhaas, der auch Gesundheitsdezernent des Kreises Darmstadt-Dieburg ist, äußerte daraufhin: „Die Schulen sind kein Hort für Infektionen.“

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