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Coldplay in Aktion. Man darf gespannt sein, wie das Capitol nach dem Auftritt aussehen wird...

Offenbach

Ein Imagegewinn für Offenbach

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Die Telekom legt sich in Offenbach mächtig ins Zeug: Mit einem HD-Livestream und Live-Schaltungen zu zehn TV-Sendern wird das Konzert der Band Coldplay am 8. Dezember im Capitol deutschlandweit übertragen.

Es wird die größte Live-Schaltung, die die Telekom jemals gemacht hat und vielleicht das größte Live-Spektakel im deutschen Fernsehen überhaupt: Wenn die Band Coldplay am Dienstag, 8. Dezember, im Capitol erstmals ihr neues Album „A Head full of Dreams“ live spielt, können Fans den Auftritt über einen HD-Livestream auf der Website der Street Gigs, auf Youtube, Facebook und Twitter verfolgen. Auch zehn TV-Sender schalten mehrfach mit Livespots zum Konzert ins Offenbacher Capitol.

Die mit allen wichtigen Musikpreisen der Welt prämierte Band, die rund 80 Millionen Alben verkauft hat, spielt hier Songs aus dem Album, das am 4. Dezember veröffentlicht wird. Zwar werden die Musiker schon ein paar Lieder zuvor in London spielen – aber dieser Auftritt werde nur im Radio übertragen, sagt Katharina Klatt von der mit der Pressearbeit betrauten Agentur Kruger Media.

Sie erzählt auch, dass die Wahl auf Offenbach gefallen sei, weil die Telekom ungewöhnliche Auftrittsorte für ihre Street Gigs will. Ed Sheeran beispielsweise musste auf der Zugspitze singen; da ist das Capitol doch ungleich gemütlicher. Ob das den Ausschlag für die Offenbacher Location gegeben hat, ist ungewiss, aber Klatt verrät, dass die Entscheidung der Bandmitglieder den Ausschlag beim Kopf-an-Kopf-Rennen von zwei Städten gegeben hat. Und sie ist ziemlich sicher, dass Sänger Chris Martin das Publikum mit „Hello Offenbach“ begrüßen wird – und viele Menschen in Deutschland hören mit.

Klatt verrät aber nicht, welche Stadt das Nachsehen hatte und auch nicht, ob die Musiker im Sheraton Hotel übernachten. Oder in der Villa Kennedy? Oder im Kempinski? Oder ...? Nein, sagt die Sprecherin entschieden, das sei geheim.

In Offenbach ist die Freude über die Liveschaltung hinaus ins Land groß, auch wenn die Band und Entourage nicht auch noch die Bilanz der Übernachtungen steigen lässt. Es sei ein unglaublicher Imagegewinn für die Stadt und die Location, sagt Capitol-Geschäftsführerin Birgit von Hellborn. „Das ist echt eine große Nummer.“

Auf siebenstellig schätzt sie die Summe, die für solch eine Werbung normalerweise hingeblättert werden müsste. Und die Telekom zahlt für das Capitol auch noch Miete. „Klar“, sagt Geschäftsführerin Hellborn, „das ist eine Firmenveranstaltung.“ Und ein extrem großer Aufwand, fügt sie noch an, da stundenlange Vorbesprechungen notwendig seien.

Aber sie sagt auch, dass die Telekom Kunde ist und auch ein toller Partner, der im Capitol schon zu Firmenevents eingeladen habe. Vielleicht sei da jemand auf den außergewöhnlichen Veranstaltungsort aufmerksam geworden. Das Unternehmen lasse sich die Veranstaltung „richtig was kosten“, sagt Hellborn und ergänzt: „Aber das ist ja auch keine 08/15-Halle.“

Das denkmalgeschützte Veranstaltungshaus mit dem markanten Kuppelbau ist eine ehemalige Synagoge; 1800 Menschen haben dort Platz. Der Auftritt ist nicht nur die offizielle Vorstellung des neuen Albums, sondern quasi auch ein Warmlaufen für die Welttournee. Die führt dann durch internationale Stadien unter anderem in London, Barcelona, Mexiko und Rio.

Von Hellborn hofft zwar für das nächste Jahr auf eine bessere Buchungsbilanz, rechnet aber nicht damit, dass das Capitol ausgebucht sein wird. Und wenn Madonna anfragt? „Die nehme ich auch, wir sind für alles offen.“

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