Rodgau

Plattform für junge Talente

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Malerei, Musik und Dichterwettbewerb für zweiter Jugend-Art.

Zum Anbeißen schaut er aus, der Riesenkeks: Voluminös der Teig, verführerisch die Schokoladenbrocken. Aber nur scheinbar, denn ein Blick ins daneben liegende Rezeptbuch zeigt, woraus der Keks besteht: Eingefärbtes Styrodur und Styropor oder zerstoßene Hydrokulturkügelchen haben Schüler der achten Klasse der Geschwister-Scholl-Schule dafür verwendet.

„Die Schüler haben sich mit dem Pop-Art-Künstler Claes Oldenburg beschäftigt“, sagt Kunstlehrerin Birgit Büchner. So entstanden Kunstobjekte zum Thema „Ernährung“ in Pop-Art-Manier, darunter eine täuschend echt ausschauende Torte oder ein überdimensionaler Eisbecher. Werke wie diese blieben sonst immer nur im Kunstraum der Schule, umso glücklicher sind Büchner und ihre Kollegin Gabi Berthold, dass sie nun einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden können. Denn am Wochenende hat das Jugendhaus Dudenhofen zur zweiten „Rodgauer Jugend-Art“ eingeladen.

Elf junge Einzelkünstler und fünf Schulen haben sich beteiligt, Kinder und Jugendliche von zehn bis 20 Jahren präsentierten ihre Werke. „Dieses Mal konnten wir neben Kunst-AG’s auch alle weiterführenden Schulen für die Ausstellung gewinnen“, sagt Gabriele Ziegler von der Agentur für Kultur, Sport und Ehrenamt der Stadt Rodgau.

„Da sind wirklich tolle Ideen dabei“, sagt Besucherin Ilse Eberhardt und weist auf die Fotografie „Spaghetti-Uhr“ Marco Roth. Mit „absurden Funktionsmodellen nach da Vinci“ hat sich die sechste Klasse der Georg-Büchner-Schule beschäftigt, mit Zeichnungen zum Thema „Metamorphosen“ die neunte Klasse: Wie sich etwa ein Clown in einen Baum verwandelt, wird in einer Bilderserie gezeigt.

„Wir sind froh, dass wir mit der Ausstellung jungen Talenten eine Plattform geben können“, sagt Jugendhaus-Leiter Jens Kurianowski. Dabei gehe es nicht nur um Malerei oder Plastik, sondern auch um Musik oder Theater. „So zeigen zwei unserer Breakdancer ihr Können oder unser FSJ-ler organisiert einen Poetry Slam – die Jugendliche haben so viele Talente, die müssen wir fördern“, sagt Kurianowski.

Umear Afzal, der seinen Bundesfreiwilligendienst in Rodgau leistet, hat für den Dichterwettstreit Samuel Kramer, Hessenmeister U20 im Poetry Slam gewonnen. „Beim Poetry Slam sind Sachen möglich, die geschrieben nicht funktionieren würden“, erklärt Kramer. Afzal plant neben dem Dichterwettstreit auch eine Schreibwerkstatt im Jugendhaus anzubieten.

Hammerschläge und schwarzer Dunst beherrschen den Außenbereich des Jugendhauses: Hier dürfen die Jugendlichen unter Anleitung von Kunstschmied Joachim Harbut schmieden und schweißen. Laura Büttner, die in der Ausstellungen mit Bildern vertreten ist, hat mit beiden Händen den Hammer umfasst und schlägt auf eine Eisenstange.

Ausprobieren ist erwünscht bei der Jugend-Art. Auch bei Lukas Böcher: Der 14-Jährige beschäftigt sich mit der japanischen Papierfaltkunst Origami und ist Mitglied der Frankfurter Origami-Gesellschaft. Unter seiner Anleitung können die Besucher traditionelle Formen wie Würfel oder Kranich falten.

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