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Heike Heim hat sich in einer Männerdomäne behauptet.
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Heike Heim hat sich in einer Männerdomäne behauptet.

EVO

Die Chefin bleibt auf grünem Kurs

  • Sigrid Aldehoff
    VonSigrid Aldehoff
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Heike Heim leitet die EVO und ist die erste Frau auf dem Chefsessel eines Energiekonzerns.

Die Kommilitonin freute sich, als sie an der damaligen Technischen Hochschule Heike Heim unter lauter Wirtschaftsstudenten mit Fachrichtung Elektrotechnik erblickte: Heim war die zweite Frau im Studiengang, zum Schluss aber die einzige im Jahrgang, die durchhielt und das Studium abschloss.

Diese Erfahrung setzte sich in Heims Karriere fort: Seit dem 1. Januar ist Heim die einzige Vorstandsvorsitzende eines deutschen Energiekonzerns. Frauen in ähnlichen Positionen hat sie auf dem Weg dorthin selten erlebt. „Als ich Mitarbeiterin im Hochspannungsbau war, gab es nicht mal Damentoiletten – das war nach 1990“, erinnert sich die jetzt 42-jährige. Auch in ihrer Zeit als Controllerin beim Kraftwerksbauer Alstom „konnte man die Zahl der Ingenieurinnen an zwei Händen abzählen“.

Frauen führen anders

Über den Weg als Leiterin des Konzerncontrollings der MVV Energie in Mannheim, die neben der Stadt Offenbach mit 50,1 Prozent Mehrheitseignerin der EVO ist, kam sie nach nur einem Jahr als Chefin nach Offenbach. Für die Mainzerin war dies bekanntes Terrain: „Ich habe mit meinem Vorgänger Michael Homann und Vorstandskollegen Kurt Hunsänger bei der MVV häufiger Treffen hier in der Stadt gehabt“, sagt sie und fügt hinzu: „Für mich ist die direkte Kommunikation wichtig.“

Auch im Umgang mit Mitarbeitern pflegt sie diesen Stil. „Ich bin sicher, dass Frauen anders führen als Männer. Wir sagen häufiger ’wir’ als ’ich’ und loben mehr.“ Wichtig sei ihr eine „Kommunikation auf Augenhöhe“. „Ich habe kein Problem mit kritischer Diskussion. Nur Mitarbeiter, die für ihre Sache brennen, bringen ein Unternehmen voran.“

Damit die Mitarbeiter auch als Eltern weiter für die EVO brennen, hat der Energieversorger eine Reihe von Angeboten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Sieben Plätze sind in der Kita auf EVO-Gelände für Kollegen reserviert, ein Eltern-Kind-Zimmer mit Arbeitsplatz steht bereit, wenn plötzlich morgens die Betreuung ausfällt.

Familienfreundlichkeit im Fokus

Familienfreundlichkeit sei Chefsache, sagt Heim. Nächste Ziele seien die Möglichkeit einer Auszeit für die Pflege der Eltern, familienfreundlichere Schichtdienstregelungen und die leichtere Wiedereingliederung nach der Familienzeit.

Heim will die EVO nachhaltig entwickeln. Der grüne Kurs der EVO mit Strom aus erneuerbarer Energie soll ausgebaut werden. Im Februar wurde die Gesellschaft Naturenergie Main-Kinzig gemeinsam mit dem Versorgungsservice Main-Kinzig und dem Mainzer Unternehmen Juwi gegründet, um 18 Windkraftanlagen im Kreis zu bauen.

Für die nächsten Jahre rechnet Heim zunächst mit sinkenden Jahresüberschüssen, „aber wir haben zwei Anteilseigner, die langfristig denken.“ Die EVO sei in der Region fest verankert und gut aufgestellt. „Wir halten fest an Nahwärmenetzen auf Pelletbasis sowie an der Verdichtung und dem Ausbau des Fernwärmenetzes.“ Man plane Projekte im Bereich Biomasse, die Windenergie sei ein wichtiges Feld.

Derzeit handelt die EVO mit 38 Prozent grüner Energie, Ziel sind 50 Prozent bis 2020. Möchte Heim da noch EVO-Chefin sein? „Ja, die EVO ist ein spannendes Unternehmen, mit dem man sich Jahrzehnte beschäftigen kann.“

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