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Nicht mehr lange rund: Der Kreisel soll eine Kreuzung werden.

Offenbach/Frankfurt

Bahn frei für neue Bürostadt

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Ob die Stadt Frankfurt auf dem Offenbacher Gelände an der Strahlenberger Straße wirklich eine Multifunktionshalle bauen wird, das wissen wohl zurzeit nur die Frankfurter. Aber Offenbach hat jetzt wie mit Frankfurt verabredet die Bedingungen dafür geschaffen.

Geht es nach dem 2012 geschlossenen Letter of Intent beider Städte, müsste Frankfurt bis Jahresende sagen, was Sache ist.

Bisher war noch nichts zu hören. Die Offenbacher stehen der Halle ohnehin eher indifferent gegenüber. „Die Region braucht die Halle, Offenbach nicht zwingend“, sagte SPD-Stadtverordneter Holger Hinkel.

Viel wichtiger ist ihnen die Entwicklung eines Gewerbe-Stadtteils, in dem die Mulitfunktionshalle nur eine untergeordnete Rolle spielt. Die Stadtverordneten haben deshalb den Bebauungsplan für die Gebiete Strahlenberger Straße West und zwischen Strahlenberger Straße und Berliner Straße entlang der Autobahn endgültig mit großer Mehrheit abgesegnet.

„Das ist der Schlussstein einer Entwicklung von einem Vierteljahrhundert“, sagte Holger Hinkel. Die Stadt hat mit ihrem westlichen Gebiet Großes vor. Sie möchte dort ein Gewerbegebiet schaffen, das ihr zu möglichst hohen Steuereinnahmen verhilft.

Damit verbunden ist der Umbau des Kaiserleikreisels in eine Kreuzung unter der Autobahn – ein Mammutprojekt, das bereits 2015 starten soll. Die Kreuzung soll 20 Prozent mehr Verkehr bewältigen als der Kreisel, eine Voraussetzung für das Gewerbegebiet. Alle Fraktionen sind im Grunde einvernehmlich für die Entwicklung dieses Areals.

Aber an der Multifunktionshalle scheiden sich die Geister. Die CDU verweigerte sogar dem gesamten B‘Plan ihre Zustimmung, was nicht nur Hinkel erboste. Auch Annette Schroeder von den Freien Wählern kann dies nicht nachvollziehen, weil das Gewerbegebiet und der Kreiselumbau für die Stadt so bedeutend sind. Die CDU begründete ihren Entschluss damit, dass der Bau der Halle nicht geklärt ist.

CDU-Stadtverordneter Dominik Mangelmann glaubt, dass ein Hallenbau die Pläne für den Kaiserleiumbau über den Haufen werfen würde, weil die geplanten Straßen dem Besucheransturm nicht gewachsen sein könnten. Deshalb sieht er auch die Zuschüsse von Bund und Land in Gefahr, was den Kaiserleiumbau um Jahre zurückwerfen könnte. Sollte Frankfurt doch noch einen Investor präsentieren, wäre der Plan Makulatur. Da gibt es Widerspruch: Der Bebauungsplan könne angepasst werden.

Bauamtsleiter Markus Eichberger glaubt auch nicht, dass die Zuschüsse automatisch weg wäre. Sollte Frankfurt die Halle bauen, müsste ein Gutachten klären, ob die Verkehrswege geeignet seien, und mit den Geldgebern nach Lösungen gesucht werden.

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